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Drei junge Mütter schieben ihre Babys im Kinderwagen bei einem gemeinsamen Spaziergang.
© dpa-Bildfunk/Wolfram Steinberg

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Drei junge Mütter schieben ihre Babys im Kinderwagen bei einem gemeinsamen Spaziergang.

Schluss mit dem Antragsdschungel. Familienpolitik einfacher machen und wirksamer gegen Kinderarmut kämpfen. Das wollen eigentlich alle Parteien. Denn in Deutschland sind 20 Prozent der Kinder von Armut bedroht. In Bayern sind es gut zwölf Prozent, das sind rund 250.000 Kinder. Die SPD will das mit einer Kindergrundsicherung bekämpfen. Heißt: ein fixer Betrag für jedes Kind. Linke und Grünen fordern das schon länger.

"Heute haben wir leider die Situation, dass Familien mit einem hohen Einkommen sehr profitieren, und bei Familien, die zum Beispiel Arbeitslosengeld II beziehen, durch Anrechnungsmodalitäten eine Kindergelderhöhung gar nicht ankommt. Deswegen sagen wir, wir brauchen einen klaren Grundbetrag für alle und dann bedarfsabhängig noch was obendrauf." Katja Dörner, familienpolitische Sprecherin der Grünen Bundestagsfraktion

Viele Bedürftige mit Anträgen überfordert

Außerdem beantragt etwa die Hälfte der Berechtigten die Sozialleistungen erst gar nicht – sie sind überfordert mit den vielen verschiedenen Anträgen. Auch die FDP will die Leistungen deshalb bündeln und schlägt ein "Kinderchancengeld" vor.

Wie bei einer Kindergrundsicherung fordert auch die FDP einen fixen Betrag für jedes Kind. Er soll mit einem sogenannten Flexibetrag aufgestockt werden, abhängig vom Einkommen der Eltern. Außerdem fordert die FDP ein Chancenpaket. Das soll direkt an die Kinder gehen und ihnen Chancen eröffnen, an Sport, Kultur und Bildung teilzuhaben, erklärt der FDP-Familienpolitiker Grigorios Aggelidis.

Das könnte zum Beispiel eine Karte sein, die es Kindern aus einkommensschwachen Elternhäusern ermöglicht, günstiger in den Zoo zu gehen oder an einem Sportkurs teilzunehmen.

Union kritisch gegenüber Kindergrundsicherung

Unionspolitiker wie der CDU-Bundestagsabgeordnete Marcus Weinberg stehen der Idee einer Kindergrundsicherung allerdings kritisch gegenüber.

"Das ist ein sehr pauschaler Begriff, ein Schlagwort und ein sehr populistisch eingesetzter Begriff. Ich finde es sinnvoll, dass wir uns anschauen, wie können wir möglichst früh, möglichst bedarfsorientiert und möglichst zielorientiert die Familien unterstützen. Denn wenn wir die Familien unterstützen, unterstützen wir auch die Kinder." Marcus Weinberg, Familienpolitischer Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion

Die Union bremst vor allem aus zwei Gründen: Sie befürchtet, dass eine Kindergrundsicherung sehr teuer werden könnte. Außerdem setzt die Union bei der Familienpolitik mehr auf die Eltern als auf staatliche Institutionen. Die AfD lehnt eine Kindergrundsicherung ab.

Noch sind die Vorschläge für eine Kindergrundsicherung bei den Parteien ohnehin eher vage.

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Kinderarmut! Auch in Deutschland ein großes Problem.

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