BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Wie und wann der Corona-Kinderbonus ausgezahlt wird | BR24

© picture alliance/chromorange

FOTOMONTAGE, Eurozeichen und Stempel mit Aufschrift Kinderbonus auf Geldscheinen

4
Per Mail sharen

    Wie und wann der Corona-Kinderbonus ausgezahlt wird

    Die Auszahlung des Kinderbonus steht kurz bevor, Familien erhalten pro Kind 300 Euro zusätzlich zum Kindergeld. Aber nicht alle Eltern werden das Geld zeitgleich erhalten - und manchen bringt der Kinderbonus auch keine finanziellen Vorteile.

    4
    Per Mail sharen
    Von
    • BR24 Redaktion

    Logistisch ist die Auszahlung des Corona-Kinderbonus eine Herausforderung: Insgesamt gibt es in Deutschland rund 18 Millionen kindergeldberechtigte Kinder und junge Menschen, denen ebenfalls der Kinderbonus zusteht. Die Familienkassen beginnen am 7. September mit der Auszahlung des Kinderbonus in Höhe von 300 Euro.

    200 Euro im September, 100 Euro im Oktober

    Die Ausschüttung soll in Etappen vollzogen werden. In einer ersten Überweisungsrunde erhalten rund 940.000 Eltern mit 1,56 Millionen Kindern zusätzlich zum monatlichen Kindergeld die erste Bonusrate von 200 Euro. Weitere 100 Euro sollen im Oktober mit dem nächsten Kindergeld ausgezahlt werden.

    Auszahlungszeitpunkt richtet sich nach Kindergeldnummer

    Wer zur Gruppe der ersten 940.000 Empfänger gehört, entscheidet sich anhand der Endziffer der Kindergeldnummer: Steht dort eine Null, erhalten die Betreffenden am 7. September die erste Tranche der Einmalzahlung. Die Eltern mit den Endziffern 1 bis 9 erhalten den Bonus im September nach und nach von den Familienkassen überwiesen.

    4,3 Milliarden Euro für die Konjunktur

    4,3 Milliarden Euro sind Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) zufolge insgesamt für den Bonus eingeplant, als Teil des milliardenschweren Corona-Konjunkturpakets der Bundesregierung. Viele Familien freuen sich über den Bonus, den manche bitter nötig haben, während ihn andere weniger dringend brauchen. Das Gießkannenprinzip der Bonuszahlungen ist entsprechend viel kritisiert worden. So monierte beispielweise der Sozialverband VdK kürzlich, der Kinderbonus sei für viele Familien nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

    Kinderbonus wird nicht auf Sozialleistungen angerechnet

    Auch Bedürftige sollen von dem Kinderbonus profitieren. So wird das Geld nicht auf die Grundsicherung angerechnet, Empfänger von Sozialleistungen wie Hartz IV oder Wohngeld erhalten die 300 Euro in voller Höhe. Zudem sollen auch Geringverdiener und Familien mit einem mittleren Einkommen besonders profitieren. Aber auch Familien mit einem hohen Einkommen bekommen den Bonus zunächst einmal ausgezahlt.

    Wer vom Kinderbonus profitiert?

    Das Geld wird aber bei der Abgabe der Steuererklärung mit dem Kinderfreibetrag verrechnet. Das heißt: Je höher das Einkommen der Eltern, desto weniger bleibt nach der Steuererklärung von der Extrazahlung übrig. Zunächst hatte es geheißen, dass verheiratete Paare, die ein Kind haben, etwa bis zu einem zu versteuernden Einkommen von 85.000 Euro profitieren. Bis gut 65.000 Euro sollten die 300 Euro demnach nahezu komplett bei den Eltern verbleiben.

    Nun heißt es beim zuständigen Familienministerium, dass insgesamt rund 80 Prozent der Kinder die volle Entlastung durch den Kinderbonus erhalten würden, rund 20 Prozent nur teilweise oder gar nicht. Bis zu welchem Einkommen Eltern vom Kinderbonus profitieren, könne nur die Berechnung im Einzelfall zeigen.

    Hintergrund: Wer ist kindergeldberechtigt?

    Eltern erhalten auf Antrag für ihre Kinder zwischen der Geburt und dem 18. Lebensjahr Kindergeld. Den Anspruch haben die Sorgeberechtigten, die mit dem Kind in einem Haushalt leben. Die Kindergeld-Zahlung kann bis zum 25. Lebensjahr verlängert werden, beispielsweise wenn sich das Kind dann noch in der Ausbildung oder im Studium befindet - auch wenn es dann nicht mehr im gemeinsamen Haushalt lebt. Weitere Voraussetzung für den Kindergeld-Bezug: ein Wohnort in Deutschland, einem anderen Land der EU, in Norwegen, Liechtenstein, Island oder der Schweiz.

    Hintergrund: Wer erhält den Kinderfreibetrag?

    Neben Kindergeld gibt es für Eltern den sogenannten Kinderfreibetrag bei der Steuer (2019: 7.620 Euro pro Kind). Dieser wird vom zu versteuernden Einkommen der Eltern abgezogen, wodurch sich die zu zahlende Steuer verringert. Das Finanzamt prüft bei Abgabe der Steuererklärung automatisch, ob die Eltern mehr vom Kindergeld oder Freibetrag profitieren. Bei Vielverdienern lohnt sich der Freibetrag mehr. Wem dennoch Kindergeld ausgezahlt wurde, der zahlt es über die Steuer zurück.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!