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Impfung eines Jugendlichen (Symbolbild)

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    Kinderärzte widersprechen Lauterbach bei Kinder-Impfung

    Kinder- und Jugendärzte haben sich in der Debatte um Corona-Impfungen für die Altersgruppe zwischen zwölf und 17 Jahren auf die Seite der Ständigen Impfkommission gestellt. Deren eingeschränkte Empfehlung bleibe trotz der Delta-Variante richtig.

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    • BR24 Redaktion

    Kinder- und Jugendärzte haben sich in der Diskussion um Risiken durch die Delta-Variante für Kinder hinter die Beurteilung der Ständigen Impfkommission (Stiko) gestellt. Die Stiko habe "prinzipiell die Corona-Impfung für Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren nur bei bestimmten Vorerkrankungen empfohlen", sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Jörg Dötsch, der "Rheinischen Post".

    "Delta-Variante ändert nichts"

    "Daran ändert nach aktuellem Wissensstand auch die Delta-Variante nichts", sagte der Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin an der Uniklinik Köln der Zeitung. Es bestehe allerdings jederzeit die Möglichkeit für Familien, gemeinsam mit ihrem Kinderarzt individuell zu einer Entscheidung für oder gegen die Impfung zu kommen, so Dötsch.

    Nur geringes Risiko für Kinder und Jugendliche

    "Ich schätze die Gesundheitsrisiken durch eine Corona-Infektion für Kinder und Jugendliche derzeit als so gering ein, dass auch Abwarten auf neue Erkenntnisse zur Impfung eine Option für zögerliche Menschen sein kann", sagte er. Die Sterblichkeitsrate und Erkrankungsschwere von Kindern und Jugendlichen nach einer Corona-Infektion seien ähnlich niedrig wie bei der saisonalen Grippe. Bislang gebe es keine Hinweise darauf, dass die Delta-Variante das ändere.

    Lauterbach hält eingeschränkte Empfehlung für falsch

    Die Stiko hat bisher keine generelle Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren ausgesprochen. Sie empfiehlt Impfungen nur für Zwölf- bis 17-Jährige mit bestimmten Vorerkrankungen wie Adipositas, Diabetes und chronischen Lungenerkrankungen. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte dies kritisiert und die Stiko angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante aufgefordert, darüber nachzudenken, ob sie bei dieser eingeschränkten Empfehlung bleiben will.

    Der Epidemiologe warnte, dass die Durchseuchung der Kinder mit der Delta-Variante zu riskant sei. "In Großbritannien sind bereits viele Kinder mit Covid in der Klinik. Die Ständige Impfkommission argumentiert, dass Covid für Kinder harmlos sei. Für die Delta-Variante gilt dies meiner Ansicht nach aber nicht", sagte Lauterbach der "Rheinischen Post".

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