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Kind vor ICE gestoßen: Tatverdächtiger soll in Dauer-Psychiatrie | BR24

© dpa/Andreas Arnold

Ein achtjähriger Junge ist im Frankfurter Hauptbahnhof von einem Mann vor einen einfahrenden ICE gestoßen und getötet worden.

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    Kind vor ICE gestoßen: Tatverdächtiger soll in Dauer-Psychiatrie

    Der Mann, der einen Jungen im Frankfurter Hauptbahnhof vor einen ICE gestoßen haben soll, soll dauerhaft in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden. Die Staatsanwaltschaft habe ein Sicherungsverfahren beantragt, so eine Sprecherin.

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    Die tödliche Attacke am Frankfurter Hauptbahnhof erschütterte Deutschland und löste eine Debatte über die Sicherheit an Bahnsteigen aus: Ein Mann soll Ende Juli einen achtjährigen Jungen und dessen Mutter vor einen einfahrenden ICE gestoßen haben. Der Junge starb noch im Gleisbett. Seine Mutter konnte sich in letzter Sekunde retten.

    Sicherungsverfahren beantragt

    Der Tatverdächtige kam zunächst in Untersuchungshaft und anschließend in die Psychiatrie. Dort soll der 40-jährige Eritreer, der seit 2006 in der Schweiz lebte, nun dauerhaft untergebracht werden. Denn die Staatsanwaltschaft habe beim Landgericht die Durchführung eines sogenannten Sicherungsverfahrens beantragt, teilte Sprecherin Nadja Niesen mit.

    Tatverdächtiger erlitt schizophrene Psychose

    Der Mann habe zur Tatzeit unter einer schizophrenen Psychose gelitten. "Aufgrund dieser krankhaften seelischen Störung soll seine Steuerungsfähigkeit aufgehoben und er bei Tatbegehung schuldunfähig gewesen sein", teilte Niesen mit.

    Neben dem Jungen und dessen Mutter soll der Tatverdächtige auch eine ältere Frau attackiert haben, die sich jedoch in Sicherheit bringen konnte.

    Debatte über Sicherheit an Bahnsteigen

    Nach der Tat am Hauptbahnhof in Frankfurt wurde deutschlandweit über die Sicherheit an Bahnsteigen diskutiert. In viele Metropolen wie Paris, Mailand oder St. Petersburg gibt es beispielsweise schon Bahnsteigtüren. Auch die Münchner Verkehrsgesellschaft will ab 2023 in einem Pilotprojekt solche Türen testen. Doch besonders realistisch ist ein Umbau nicht.

    Allein die Kosten für eine Umrüstung der U-Bahnsteige im MVV-Bereich werden auf mehrere hundert Millionen Euro geschätzt. Der Umbau der S-Bahn-Stationen bis ins Münchner Umland wäre mindestens genauso teuer.