BR24 Logo
BR24 Logo
Deutschland & Welt

Khashoggi: Riad weist Resolution des US-Senats scharf zurück | BR24

© dpa-Bildfunk

Der saudische Kronprinz Mohammad Bin Salman Al Saud (l) spricht mit dem saudischen König Salman bin Abdulaziz Al Saud.

Per Mail sharen
Teilen

    Khashoggi: Riad weist Resolution des US-Senats scharf zurück

    Saudi-Arabien hat die Kritik des US-Senats nach der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi zurückgewiesen. In der Resolution machten die Senatoren den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman für den Tod Khashoggis verantwortlich.

    Per Mail sharen
    Teilen

    Saudi-Arabien hat eine Resolution des US-Senats zum Tod des Journalisten Jamal Khashoggi scharf zurückgewiesen. Die Resolution stütze sich auf haltlose Unterstellungen und bedeute eine eklatante Einmischung in die inneren Angelegenheiten Saudi-Arabiens, teilte das Königreich am Montag mit. In der Resolution machten die Senatoren den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman für den Tod Khashoggis verantwortlich.

    Senat fordert Ende der US-Hilfe für Militäraktionen

    Im Resolutionstext des Senats vom vergangenen Donnerstag wurde die Regierung in Riad aufgerufen, die Täter zur Verantwortung zu ziehen. In einer zweiten Resolution forderten die Senatoren ein Ende der US-Hilfe für die saudi-arabisch geführte Militärkoalition, die die Regierung des Jemens im Kampf gegen Rebellen unterstützt.

    "Das Königreich weist jede Einmischung in seine inneren Angelegenheiten und alle Vorwürfe, die seine Führung missachten, zurück", erklärte Saudi-Arabien. In der Vergangenheit reagierte das Land mit ähnlicher Wortwahl auf Kritik an Menschenrechtsverstößen in Saudi-Arabien, wie sie zum Beispiel Schweden 2015 und Kanada in diesem Jahr äußerten.

    Saudi-Arabien bekräftigt gute Beziehungen zu den USA

    In der Stellungnahme bekräftigte das Königreich aber auch sein Engagement für die Beziehungen zu den USA. Der Senat wurde als "geschätztes Gesetzgebungsorgan einer verbündeten und freundlichen Regierung" beschrieben. Die Resolution werde die Führungsrolle des Königreichs in der Region nicht beeinträchtigen und auch keine negativen Auswirkungen auf die Stabilität der internationalen Energiemärkte haben.

    Was hat der Kronprinz mit dem Mord an Khashoggi zu tun?

    Saudi-Arabien hat Vorwürfe zurückgewiesen, der Kronprinz sei in die Tötung Khashoggis im Oktober im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul verwickelt. Die Tat wurde von Agenten des Königreichs verübt, die Prinz Mohammed nahestehen. Khashoggi hatte sich in der "Washington Post" kritisch über den Kronprinzen geäußert. US-Geheimdienstvertreter kamen zu dem Schluss, dass der Kronprinz zumindest Kenntnis von dem Plan zur Tötung Khashoggis gehabt haben muss.

    Trump will Waffengeschäfte mit Saudi-Arabien nicht gefährden

    Saudi-Arabien erklärte dagegen, die Ermittlungen hätten ergeben, dass Geheimdienstagenten Khashoggi in seine Heimat verschleppen wollten. Die Agenten hätten den Journalisten dabei getötet. US-Präsident Donald Trump hat sich zurückhaltend in dem Fall geäußert. Er verwies auf milliardenschwere Waffengeschäfte mit Saudi-Arabien und dankte den Saudis für eine Senkung der Ölpreise.

    Von
    • BR24 Redaktion
    Schlagwörter