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Khashoggi-Mord: Türkei klagt 20 saudi-arabische Staatsbürger an | BR24

© dpa-Bildfunk

Im Mordfall Khashoggi wurde Anklage gegen 20 Staatsbürger aus Saudi-Arabien erhoben.

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    Khashoggi-Mord: Türkei klagt 20 saudi-arabische Staatsbürger an

    Eineinhalb Jahre liegt der Mord am saudischen Regimekritiker und Journalisten Khashoggi zurück. Nun hat die türkische Staatsanwaltschaft gegen mehrere Männer Anklage erhoben. Als hauptverdächtig gelten zwei Vertraute des saudischen Kronprinzen.

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    Im Fall des getöteten Journalisten Jamal Kashoggi ist in der Türkei Anklage gegen 20 saudi-arabische Staatsbürger erhoben worden. Wie die Istanbuler Staatsanwaltschaft mitteilte, seien zwei Hauptangeklagte ehemalige Berater des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Den beiden wird vorgeworfen, die 18 übrigen Angeklagten zu dem vorsätzlichen Mord unter Folter angestiftet zu haben.

    Türkische Staatsanwaltschaft: Mord war geplant

    Wie die Staatsanwaltschaft erklärte, habe sie ihre Ermittlungen vom Herbst 2018 abgeschlossen. Entgegen der saudischen Darstellung, wonach es keine Absichten zum Mord gab, ist die türkische Staatsanwaltschaft zu neuen Schlüssen gekommen: Es sei von Anfang an geplant gewesen, Khashoggi zu ermorden, sollte er nicht einwilligen, nach Saudi-Arabien gebracht zu werden. Man habe die Tat "mit allen Details geplant." Die Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Gefängnisstrafen für die 18 Angeklagten.

    Alle Verdächtigen haben die Türkei verlassen. Laut Staatsanwaltschaft sei über Interpol ein Fahndungsaufruf für alle 20 Verdächtigen erlassen worden. Außerdem werde ein Auslieferungsantrag vorbereitet. Saudi-Arabien hat bereits die Forderungen, die Männer an die Türkei auszuliefern, zurückgewiesen und argumentiert, saudische Gerichte seien zuständig.

    Ein Gericht in Saudi-Araboem hatte bereits im Dezember fünf Männer im Fall zum Tode verurteilt. Drei weitere Angeklagte erhielten eine Haftstrafe von insgesamt 24 Jahren. Das saudische Gericht kam zu dem Schluss, die Tat sei nicht vorsätzlich verübt worden.

    Unter Hauptverdächtigen ist Vizechef des saudi-arabischen Geheimdienstes

    Einer der Hauptverdächtigen war am saudischen Königshof für die Medienangelegenheiten zuständig. Er gilt als enger Vertrauter des Kronprinzen. Er wurde aus den Diensten entlassen, nachdem Riad den Mord am Journalisten eingeräumt hatte. Bei den Ermittlungen in Saudi-Arabien wurde er zwar befragt, konnte aber wegen Mangel an Beweisen nicht angeklagt werden, so die Staatsanwaltschaft in Saudi-Arabien.

    Bei dem geplanten Prozess in der Türkei werden als weitere Hauptangeklagter der ehemalige Vizechefs des Geheimdienstes in Saudi-Arabien aufgeführt, sowie ein saudischer Gerichtsmediziner, der Khashoggis Leiche zerstückelt haben soll.

    UN-Sonderberichterstatterin Callamard will Details zum Mord weiter beleuchten

    Khashoggis Verlobte erklärte, dass der angestrebte Prozess "ein guter Schritt gegen Gerechtigkeit" sei. Alle unabhängigen Untersuchungen hätten bisher gezeigt, dass Mord an ihrem Verlobten geplant und der saudische Königshof verwickelt gewesen sei. Deswegen forderte sie die Vereinten Nationen dazu internationale Ermittlungen durchzuführen.

    Auch die UN-Sonderberichterstatterin Agnès Callamard begrüßte die Anklage des Istanbuler Staatsanwaltschaft gegen die hochrangigen saudischen Funktionäre. Auf Twitter erklärte sie, diese werde dazu beitragen, Details des Mordes weiter zu beleuchten. Nach dem Mord hatte Callamard entgegen der Aussage des saudisch-arabischen Kronprinzen erklärt, dass es glaubwürdige Hinweise auf eine mögliche persönliche Verantwortung des Kronprinzen gebe.

    Ein Sonderkommando aus Riad hatte Khashoggi am 2. Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul brutal getötet, als er Papiere für seine geplante Hochzeit abholen wollte. Die saudische Regierung hat den Mord eingeräumt. Kronprinz bin Salman, der faktische Herrscher in Saudi-Arabien, bestritt aber, die Tötung selbst angeordnet zu haben.

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