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Keine hundertprozentige Sicherheit mit Fahrassistenten | BR24

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    Keine hundertprozentige Sicherheit mit Fahrassistenten

    Intelligente Autos sollen zunehmend den Verkehr sicherer machen. Assistenzsysteme helfen bereits heute für einen geregelten Verkehrsfluss, auch wenn sie noch Schwächen aufzeigen, wie der ADAC in einer Studie aufzeigt. Von Oliver Fenderl

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    ACC, ISA, AEBS – drei Begriffe mit zunehmender Bedeutung im Straßenverkehr. Sie sind zuständig für die intelligente Verkehrsführung und für ein sicheres Fahren – sowohl für den Fahrer als auch für andere Verkehrsteilnehmer. Dabei wird schon lange nicht mehr nur mittels Tempomat die Geschwindigkeit festgesetzt, wie sie der Fahrer vorschreibt. Die modernen Systeme sind komplex gekoppelte Assistenten. So erkennt das Systeme beispielsweise Verkehrsschilder, zeigt diese im Display oder auf der Frontscheibe im Auto an.

    Unterschiedliches Assistenz-Niveau zwischen den Herstellern

    Darüber hinaus sind die Systeme bereits so intelligent, dass sie entsprechend die Geschwindigkeit des Autos flexibel regulieren können. Dies hat der ADAC nun für unterschiedliche Marken und Typen überprüft und kommt zu auseinandergehenden Ergebnissen. So lässt sich der Tempomat bei Ford auf die Höchstgeschwindigkeit einstellen, wohingegen bei BMW, Audi und Mercedes eine sich selbst anpassende Reisegeschwindigkeit definieren lässt.

    Verkehrsschilder sind größte Fehlerquelle

    Der Unterschied: Bei Ford muss der Fahrer gegebenenfalls selbst auf veränderte Bedingungen wie Tempowechsel und Vorausverkehr reagieren. Modelle der deutschen Hersteller hingegen nehmen auch diese Einflüsse war und passen ihre Fahrweise entsprechend an. Hauptimpuls dafür geben die Verkehrsschilder, und hier liegt momentan noch die größte Fehlerquelle.

    "Wir haben festgestellt, dass die Erkennung von Verkehrsschildern zwar gut ist, aber leider noch nicht gut genug. Die Fehlerquote liegt hier durchschnittlich bei etwa zehn Prozent. Daher ist der Nutzen gerade für Strecken, wo wir häufige Tempolimit-Änderungen haben, noch sehr gering. Durch die Einhaltung von Abstand und Geschwindigkeit können diese Assistenten schon heute die Sicherheit erhöhen." Melanie Mikulla, ADAC-Sprecherin

    Aus Sicherheitsgründen sinnvoll ist beispielsweise die Funktion, vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeiten nicht zu überschreiten. Das ist besonders praktisch bei Tempo 30-Zonen, beispielsweise vor Schulen und der Umgebung von Krankenhäusern. Sollte der Fahrer dennoch Gas geben, wird das Fahrzeug dennoch nicht beschleunigen. Eine Funktion, die beispielsweise beim vom ADAC getesteten Ford gut funktioniert habe.

    Kein genereller Einbau derzeit ratsam

    Daraus zu folgern, dass Assistenzsysteme heutzutage schon verpflichtend verbaut werden, sei aber übertrieben, resümiert der ADAC in seiner Untersuchung. Zum einen muss dafür weiterentwickeln und geforscht werden, zum anderen müssen in Deutschland die Verkehrsleitsysteme und die Beschilderung an den Straßen optimiert werden.

    "Teilweise brauchen die Systeme viele Befehle und Rückmeldungen. Die Fahrt mit den Assistenten braucht entsprechend Übung." Melanie Mikulla, ADAC-Sprecherin

    Grundsätzlich bleibt auch festzuhalten: Die schlussendliche Verantwortung für das Fahrverhalten trägt weiter der Fahrer des Fahrzeugs selbst. Deswegen bleibt ihm auch weiterhin die Möglichkeit, sich jederzeit über die Fahrassistenzsysteme hinwegzusetzen.