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Kein Tier unterm Weihnachtsbaum | BR24

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Die Tierschutzverbände warnen auch in diesem Jahr, Tiere zu Weihnachten zu schenken. Mit Hase, Katze oder Hundübernehmen die Besitzer große Verantwortung. Das müsse gut durchdacht werden - auch die Kosten.

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Kein Tier unterm Weihnachtsbaum

Tierschutz-Verbände raten davon ab, Haustiere zu Weihnachten zu verschenken. Doch alle Jahre wieder landen sie unterm Weihnachtsbaum und werden dann doch nach dem Fest ausgesetzt oder in Tierheimen abgegeben. Tierschützer raten zu Patenschaften.

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Hunde, Katzen, Kaninchen, Schildkröten oder Meerschweinchen: Viele Kinder setzen Tiere auf ihren Wunschzettel zu Weihnachten, doch an die Kosten oder die Pflege denken die Eltern oft nicht. Regelmäßig werden die Tiere dann kurz nach den Feiertagen in Tierheimen abgegeben oder ausgesetzt.

Tiere machen Arbeit

Die Tierrückgaben im Januar sind in den letzten zehn Jahren bei Hunden um bis zu 40 Prozent, bei Katzen sogar um bis zu 50 Prozent angestiegen, so der Deutsche Tierschutzbund (Stand: 01.12.2018). Ein Tier in eine Familie aufzunehmen ist ein großer Schritt und sollte wohlüberlegt sein.

Hunde müssen jeden Tag ausgeführt werden, brauchen Zuneigung und Pflege. Kaninchen sind flauschig und süß, doch ihr Stall sollte jeden Tag ausgemistet werden und die Tiere müssen regelmäßig zum Tierarzt. Meist wollen Eltern oder Verwandte, dass Kinder mit einem Tiergeschenk unter dem Weihnachtsbaum Verantwortung lernen, aber sie sind mit der Versorgung oft überfordert. Dann müssen die Eltern mithelfen und denen fehlt oft die Zeit.

"Als Eltern sollte man sich bewusst sein, dass ein Kind alleine nie die Verantwortung für ein Haustier tragen kann und darf." Deutscher Tierschutzbund

Zudem gibt es völlig verschiedene Tierrassen mit unterschiedlichen Verhaltensweisen. Manche können nicht über Stunden alleine gelassen werden, andere brauchen viel Bewegung und damit regelmäßige lange Spaziergänge am Tag. Spätestens wenn die Anforderungen an den Halter zu groß werden, landen Hund, Katze, Meerschweinchen im Tierheim. Manche Besitzer halten sogar noch bis Ostern durch, doch wenn dann der Urlaub naht, wird das Tier nicht selten einfach ausgesetzt.

"Ein Tier ist ein Lebewesen, für das man Verantwortung übernimmt und das man nur ganz bewusst und in Rücksprache mit allen Beteiligten bei sich aufnehmen sollte." Deutscher Tierschutzbund

Die Gründe für die Abgabe der Tiere in einem Tierheim sind verschieden. Kinder verlieren oft schnell das Interesse an dem einstigen Weihnachtsgeschenk. Manche Menschen übersehen, dass im Mietvertrag das Halten von Tieren verboten ist. Einige entdecken eine Tierhaarallergie, andere beklagen, dass Hunde nicht stubenrein sind und kleine Pfützen in der Wohnung hinterlassen. Schildkröten brauchen Terrarien oder Aquarien, die regelmäßig gründlich gereinigt werden müssen. Unterschätzt werden oft auch die Kosten, denn Tiere brauchen nicht nur täglich Futter, sie müssen auch regelmäßig zum Tierarzt zu Routinekontrollen oder Impfungen.

Tier als neues Familienmitglied

Viele Tierheime sprechen vor Weihnachten einen Vermittlungsstopp aus. Sie sind generell auf Spenden angewiesen, viele kämpfen ums Überleben und sind nicht nur regelmäßig nach dem Fest überfüllt. Sie raten von einem lebenden Weihnachtsgeschenk ab, denn ein Tier bei sich aufzunehmen ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, die zeit- aber vor allem auch kostenintensiv ist.

Es muss wohlüberlegt sein, wenn ein Tier zum neuen Familienmitglied werden soll. Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt daher, sich im Vorfeld über die Bedürfnisse des Tieres zu informieren. Ein Buch über Pflege und Haltung kann zu Weihnachten ein erster Schritt sein für Familien, die sich überlegen ein Tier anzuschaffen. Wer sich für die Aufnahme eines Hundes oder einer Katze entscheidet, kann ein Tier aus dem Tierheim aufnehmen, denn dort warten viele auf ein neues Zuhause. Dort gibt es auch die Möglichkeit das Tier vorher kennen zulernen durch regelmäßige Besuche oder Spaziergänge.

Alternative: Tierpatenschaft

Finanziell für die Unterkunft, Versorgung und Betreuung eines Tieres aufzukommen geht auch durch eine Patenschaft. Viele Einrichtungen bieten solche Geldspendeaktionen an, von Tiergärten und Zoos bis WWF und Tierheimen. Die regelmäßigen Zahlungen des Paten sorgen für die Unterkunft des Tieres, seine Versorgung, Pflege und medizinische Behandlung.