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Kein G-20-Staat erreicht laut Studie das 1,5 Grad Ziel | BR24

© Joaquín Carrión/Proyecto Mastral/dpa

Stärkere Überschwemmungen sind die Folge von weiter steigender Erderwärmung.

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    Kein G-20-Staat erreicht laut Studie das 1,5 Grad Ziel

    Schlechte Bilanz für die G-20-Staaten kurz vor der UN-Klimakonferenz in Madrid: Sie sind für etwa 80 Prozent der weltweiten Treibhausgase verantwortlich, wie aus dem Report der internationalen Initiative Climate Transparency hervorgeht.

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    Drei Wochen vor der nächsten Weltklimakonferenz in Madrid haben Umweltorganisationen den 20 größten Industriestaaten ein schlechtes Zeugnis bei der Umsetzung des Pariser Klimaabkommens ausgestellt.

    G-20 Staaten für 80 Prozent aller Treibhausgase verantwortlich

    Kein einziges G20-Land befindet sich auf einem Kurs, der es ermöglicht, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, so wie es das Pariser Klimaabkommen für 2050 vorsieht, heißt es in dem am Montag veröffentlichten "Brown-to-Green-Report" der internationalen Initiative Climate Transparency.

    Vier Fünftel des weltweiten Treibhausgas-Ausstoßes gehen auf das Konto der G20 Staaten. Die führenden Industrie- und Schwellenländer sind für 80 Prozent des weltweiten Treibhausgas-Ausstoßes verantwortlich. Die Emissionen der größten Industrie- und Schwellenländer hätten sich im vergangen Jahr um 1,8 Prozent erhöht, teilt Climate Transparency mit.

    Die Weltbank und das Bundesumweltministerium unterstützen Climate Transparency. Seit 2015 stellt das Netzwerk mit dem "Brown to Green"-Report dar, welche Fortschritte die G-20 gemacht hat.

    16.000 Menschen sterben wohl jährlich durch extreme Wetterereignisse

    Wenn es so weiter geht, wird einer Erderwärmung von drei Grad bis zum Ende dieses Jahrhunderts befürchtet. Diese Steigerung hätte wohl verheerende Folgen: stärkere Hitze- und Kältewellen, Dürren, starke Stürme und vermehrter Starkregen sein.

    Der Report rechnet vor, dass in den G20 Staaten rund 16.000 Menschen pro Jahr an den Folgen des extremer Wettereignisse sterben. Die finanziellen Einbußen bemessen sich wohl auf ungefähr 129 Milliarden Euro.

    Deutschlands Defizite vor allem beim Verkehr und beim Heizen

    Deutschlands Defizite befänden sich vor allem in den Bereichen Verkehr und Gebäude. Der CO2-Ausstoß aufgrund von Heizen und Kühlen von Häusern liegt rund 50 Prozent über dem EU- Schnitt und ist doppelt so hoch wie der G20-Durchschnitt.

    Neubauten hätten schon eine deutlich bessere Klimabilanz, die Standards müssten aber noch deutlich ausgebaut werden, so das Netzwerk Climate Transparency.

    Jan Burck ist Mitarbeiter der Nichtregierungsorganisation Greenwatch und einer der Autoren des Berichts. Er ist der Meinung: "Der neue Report zeigt, dass es in allen relevanten Bereichen Vorreiter unter den G-20-Staaten gibt, die den Wandel zur Emissionsfreiheit vorantreiben."

    Der UN-Klimarat ist der Auffassung, die G20 Staaten dürften bis 2070 de facto keine Treibhausgase mehr ausstoßen. Alle verbliebenen Emmissionen müssten also ausgeglichen werden. Dafür dürften deutlich weniger Erdöl, Kohle und Erdgas verbraucht werden. 82 Prozent ihrer Energie beziehen die größten Industrie und Schwellenländer noch aus fossilen Quellen.