| BR24

 
 

Bild

Frau am Wurstregal in Supermarkt
© dpa/pa/Michael Weber

Autoren

BR24 Redaktion
© dpa/pa/Michael Weber

Frau am Wurstregal in Supermarkt

Obwohl viele Bürger in Umfragen Interesse an Fleisch aus tierfreundlicher Haltung zeigen, verkauft sich günstige Ware aus Massentierhaltung weiterhin am besten. Das zeigt eine Umfrage des "Tagesspiegels" vom Montag bei den Supermarktketten Penny, Aldi, Lidl, Netto und Kaufland.

"Der größte Teil des Fleischs entfällt bei Penny und Rewe auf Stufe eins", sagte etwa eine Rewe-Sprecherin der Zeitung - das bedeutet konventionelle Stallhaltung.

Tierhaltung: Fleisch-Kennzeichnung in vier Stufen

Die Supermärkte kennzeichnen seit dem vergangenen Jahr ihr angebotenes Frischfleisch mit einer vierstufigen Skala. Auch Kaufland teilte dem "Tagesspiegel" mit, "aktuell überwiegt noch die Stufe eins" beim verkauften Frischfleisch.

Angebot von Fleisch bei Aldi, Lidl und Co.

Bei Aldi Nord machen die Haltungsstufen eins und zwei dem Bericht zufolge einen Großteil des Angebots von frischem Fleisch aus. Bei Lidl kommt demnach - mit regionalen und saisonalen Schwankungen - 50 Prozent des Frischfleischs aus Stallhaltung der Stufe eins.

Stufe zwei steht für Stallhaltung mit etwas mehr Platz für die Tiere. Stufe drei bedeutet Außenklima mit Kontakt zu frischer Luft. Stufe vier ist das Premium-Segment; hierzu gehört unter anderem Bio-Ware.

Nur selten im Supermarkt: Fleisch der Stufen drei und vier

"Das mit Abstand meiste Schweinefleisch stammt aus einer Haltung, die Stufe eins oder Stufe zwei entspricht", bestätigte auch Patrick Klein von der Initiative Tierwohl dem "Tagesspiegel". "Fleisch aus den Stufen drei und vier hat nur sehr geringe Marktanteile." Bio-Schweinefleisch mache in Deutschland gerade einmal zwei Prozent aus und sei sehr teuer.

Schweinefleisch: Julia Klöckner möchte Tierwohllabel

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) will ein staatliches Tierwohllabel einführen. Die Kriterien sollen am Mittwoch vorgestellt werden. Dabei geht es zunächst nur um Schweinefleisch. Kritiker monieren unter anderem, dass die neue Kennzeichnung nicht verpflichtend sein soll.