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Keime in Wurst: Liste mit Marken und Produkten veröffentlicht | BR24

© picture alliance/Uwe Zucchi/dpa

Keime in Wurst: Liste mit Marken und Produkten veröffentlicht

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    Keime in Wurst: Liste mit Marken und Produkten veröffentlicht

    Fünf Tage nach dem Rückruf von Wurstwaren des hessischen Herstellers Wilke wegen Listerien haben die Behörden eine Liste Hunderter betroffener Produkte veröffentlicht. In welchen Geschäften und Betrieben sie verkauft wurden, ist weiter nicht bekannt.

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    Nach dem Rückruf von womöglich keimbelasteten Waren des nordhessischen Wurstherstellers Wilke können Verbraucher im Internet jetzt eine 13-seitige Liste von Produkten der Firma einsehen. Sie wurde auf dem gemeinsamen Portal der Bundesländer und des Bundesverbraucherschutzministeriums www.lebensmittelwarnung.de veröffentlicht.

    Betroffen sind den Angaben zufolge folgende Marken und Handelsnamen: Haus am Eichfeld, Metro Chef, Service Bund "Servisa", CASA , Pickosta, Sander Gourmet, Rohloff Manufaktur, Schnittpunkt , Korbach, ARO, Findt, Domino und Wilke.

    Allerdings wurden dem hessischen Verbraucherschutzministerium zufolge viele Wilke-Produkte auch an Wursttheken in Supermärkten verkauft: "Die Kunden werden sicherheitshalber gebeten, im Zweifelsfall bei den jeweiligen Verkaufsstellen nachzufragen, ob dort Produkte der Firma Wilke verkauft wurden." Darüber hinaus landeten die Wurst- und Fleischprodukte von Wilke in Krankenhäusern und Kantinen auf den Tellern, auch der Möbelkonzern Ikea wurden mit Wilke-Produkten beliefert.

    Listerien-Keime in Waren entdeckt

    Waren von Wilke werden mit zwei Todesfällen in Südhessen und 37 weiteren Krankheitsfällen in Verbindung gebracht. Behörden hatten den Betrieb mit 200 Mitarbeitern in Twistetal-Berndorf vor einer Woche geschlossen. Mehrfach waren dort Listerien-Keime in Waren entdeckt worden. Seitdem läuft ein weltweiter Rückruf aller Wilke-Produkte. Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt wegen fahrlässiger Tötung im Fall Wilke.

    Listerien sind Bakterien, die zu Durchfall und Fieber führen können. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem können sie lebensgefährlich sein. Verbraucher, die betroffene Wilke-Produkte verzehrt haben und schwere oder anhaltende Beschwerden haben, sollten laut den Behörden ärztliche Hilfe aufsuchen und ihren Arzt auf eine mögliche Listerien-Infektion hinweisen. Schwangere, die betroffene Produkte verzehrt haben, sollten sich auch ohne Symptome in ärztliche Behandlung begeben und sich beraten lassen. Für andere Personen ohne Symptome ist dies den Angaben zufolge nicht sinnvoll.

    Bisher keine Kundenliste veröffentlicht

    Eine Liste mit allen bekannten Verkaufsstellen - wie sie die Verbraucherorganisation Foodwatch fordert - wurde bisher nicht veröffentlicht. Das Ministerium verweist darauf, dass ihm zwar eine Kundenliste der Firma Wilke vorliege. Diese enthalte aber nur die direkten Kunden des Unternehmens, bei denen es sich überwiegend um Wiederverkäufer handle. In der Regel seien mehrere Vertriebsstufen bis zum Einzelhandel zwischengeschaltet. "Die Kundenliste beinhaltet keine Einzelhandelsverkaufsstellen."

    Die Behörden sicherten eine umfassende Aufklärung zu. Nach den bisher vorliegenden Berichten und Gutachten, sei das Unternehmen seiner Verantwortung als Lebensmittelunternehmen nicht vollumfänglich nachgekommen, teilte das hessische Verbraucherschutzministerium mit. "Um vergleichbare Fälle in Zukunft möglichst verhindern zu können, werden wir unter anderem die Fachaufsicht bei der Lebensmittelüberwachung stärken", kündigte Ministerin Priska Hinz (Grüne) an. Der Landrat von Waldeck-Frankenberg, Reinhard Kubat (SPD), betonte: "Die Vorfälle sind so schockierend, dass sie umfassend aufgearbeitet werden müssen, um gegebenenfalls Konsequenzen zu ziehen."

    Auch Bayern betroffen

    Wilke-Produkte waren in alle Bundesländer geliefert worden, auch nach Bayern. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen geht das Landesamt für Umwelt- und Naturschutz (Lanuv) davon aus, dass fast jeder Bürger Zugang zu womöglich keimbelasteten Waren des hessischen Wurstherstellers hatte. "Wilke war ein großer Lieferant und stellte auch Vorprodukte für Eigenmarken anderer Unternehmen her", sagte Lanuv-Sprecher Wilhelm Deitermann der Düsseldorfer "Rheinischen Post". "Flächendeckend dürfte fast jeder Verbraucher in NRW einen Zugang zu den Waren der Firma Wilke gehabt haben."

    (Mit Material von dpa und AFP)