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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Downing Street

Im Streit mit der EU über ein Brexit-Handelsabkommen kehrt Großbritannien an den Verhandlungstisch zurück. Die Regierung begründet den Schritt mit einer Rede von EU-Unterhändler Barnier. Dieser habe wichtige Punkte für Großbritannien anerkannt.

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Kehrtwende: Großbritannien verhandelt wieder über Brexit-Vertrag

Im Streit mit der EU über ein Brexit-Handelsabkommen kehrt Großbritannien an den Verhandlungstisch zurück. Die Regierung begründet den Schritt mit einer Rede von EU-Unterhändler Barnier. Dieser habe wichtige Punkte für Großbritannien anerkannt.

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  • BR24 Redaktion

Großbritannien ist jetzt doch wieder gewillt, über einen Handelsvertrag mit der EU zu sprechen. Wie die britische Regierung am Abend mitteilte, sollen die von britischer Seite eigentlich gestoppten Verhandlungen nun doch fortgesetzt werden. Damit wächst die Chance, dass ein harter wirtschaftlicher Bruch mit Zöllen und Handelshemmnissen zum Jahreswechsel doch noch vermieden werden kann.

Erst am Freitag hatte Regierungschef Boris Johnson der EU vorgeworfen, dass diese gar kein Abkommen wolle. Deshalb erwarte er einen Bruch ohne Vertrag - es sei denn, die EU ändere ihre Haltung fundamental.

Briten reagieren auf Rede von EU-Unterhändler Barnier

Die Rückkehr an den Verhandlungstisch begründete die britische Regierung mit einer Rede des EU-Unterhändlers Michel Barnier am Vormittag. Barnier habe für Großbritannien wichtige Punkte anerkannt, unter anderem den Respekt für die Souveränität Großbritanniens.

Darüber hätten Barnier und der britische Unterhändler David Frost dann am Nachmittag gesprochen. "Auf der Grundlage dieses Gesprächs sind wir bereit, das EU-Team in London zu empfangen, um die Verhandlungen im Laufe der Woche fortzusetzen", heißt es in der Mitteilung der britischen Regierung. Schon am Donnerstag sollen die für drei Tage angesetzten Verhandlungen beginnen.

Barnier: ein Brexit-Abkommen ist in Reichweite

Barnier hatte bei seiner Rede im Europaparlament erneut intensive Verhandlungen angeboten und erklärt: "Ich denke, ein Abkommen ist in Reichweite, wenn wir von beiden Seiten bereit sind, konstruktiv und im Geist des Kompromisses zu arbeiten." Und er fügte hinzu: "Unsere Tür bleibt offen bis zum letzten Tag, bis zum letzten Tag, an dem es noch etwas nützt."

Barnier sagte, die EU sei bereit, die Gespräche zu intensivieren und rund um die Uhr zu verhandeln, auch auf Grundlage von Vertragstexten. Er bekräftigte auch noch einmal ausdrücklich den Respekt für die Souveränität Großbritanniens, das sei "ein legitimes Anliegen der Regierung von Boris Johnson". Aber das stehe bei den Verhandlungen auch nicht auf dem Spiel.

Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen EU und Großbritannien

Barnier berichtete auch von Fortschritten in den Verhandlungen, so etwa mit Blick auf die künftige Polizei- und Justizkooperation. Hier sehe man klar die Umrisse einer Einigung. Bei einigen anderen Themen gebe es trotz Unstimmigkeiten Bewegung, so etwa bei Warenverkehr, bei Dienstleistungen und Energie.

Bei drei komplexen Themen müsse man aber unbedingt weiterkommen: den von der EU geforderten gleichen Wettbewerbsbedingungen, den Schlichtungsinstrumenten für den Vertrag und bei der Fischerei. Diese drei Punkte werden seit Wochen unverändert als Knackpunkte genannt.

Barnier bekräftigte, die EU werde bis zum Schluss bei ihrer Haltung bleiben: "Wir bleiben ruhig, wir bleiben konstruktiv, wir bleiben respektvoll, aber auch fest und entschlossen bei der Verteidigung unserer Prinzipien und der Interessen jedes Mitgliedstaats der Europäischen Union und der EU selbst."

Die Zeit für eine Einigung wird knapp

Aus EU-Sicht bleiben nur noch zwei bis drei Wochen, weil ein Vertrag danach noch ratifiziert werden müsste. Auch die britische Seite signalisiert Interesse an einer schnellen Einigung, denn die Wirtschaft auf beiden Seiten wird nervös. Befürchtet werden ein Rückgang des Handels, eine Unterbrechung von Lieferketten und der Verlust Zehntausender Jobs durch Zölle und Verzögerungen an den Grenzen.

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