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Kehrseiten des Booms: Tel Aviv und die E-Scooter | BR24

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Rund 10.000 E-Scooter düsen derzeit durch Tel Aviv. Der Boom stellt die israelische Stadt auch vor einige Herausforderungen.

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Kehrseiten des Booms: Tel Aviv und die E-Scooter

Rund 10.000 E-Scooter düsen derzeit durch die israelische Stadt Tel Aviv. Künftig soll ein Viertel aller Verkehrsbewegungen laut der Vize-Bürgermeisterin auf solche kleinen Fahrzeuge entfallen. Dadurch verursachte Probleme müsse man in Kauf nehmen.

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Eyal ist ein großer E-Scooter-Fan. Der 52-Jährige aus Tel Aviv steigt vier bis sechsmal die Woche auf das schmale Brett mit der Lenkstange und dem Elektroantrieb.

"Der größte Vorteil ist, dass man den Scooter abstellen kann, wo man will und man kommt schnell von Ort zu Ort – ohne im Stau zu stehen. Und es macht Spaß." Eyal, E-Scooter-Fan aus Tel Aviv

Seit der erste Verleiher vor rund einem Jahr startete, ist der Markt förmlich explodiert. 10.000 E-Scooter sind in Tel Aviv unterwegs, in den nächsten Monaten werden noch einige Tausend hinzukommen, schätzt die stellvertretende Bürgermeisterin Meital Lehavi: "Bei unserer Vision für Tel Aviv stehen kleine Fahrzeuge wie E-Bikes und Scooter in der ersten Reihe. Wir wollen, dass ein Viertel aller Verkehrsbewegungen in der Stadt auf diese Fahrzeuge entfällt."

Zahl der Unfälle mit E-Scootern steigt

Probleme müsse man in Kauf nehmen, sagt die Vize-Bürgermeisterin: "Es gibt Unfälle mit Autos, Fußgängern und Rädern. Die Zahl wird steigen. Mehr Nutzer, mehr Unfälle. Aber es gibt hier einen leisen Killer und das ist Luftverschmutzung durch Straßenverkehr."

Auf den Bürgersteigen ist nicht genug Platz für die Scooter und sie gefährden die Fußgänger. Weil es nur wenige Radwege gibt, müssen die E-Scooter also meistens auf die Straße. Doch da ist es vielen zu gefährlich.

Straße ist zu gefährlich - Scooter-Fahrer nutzen lieber Fußweg

Auch Eyal bleibt lieber auf dem Fußweg: "Es ist viel gefährlicher auf der Straße. Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes zwingen uns, auf die Straße zu fahren, aber da ist es sehr gefährlich. Wenn ich auf der Straße fahre, dann wirklich in kleinen Straßen, in 30er Zonen." Auf den Hauptstraßen fahre Eyal nicht. Er bleibe auf dem Bürgersteig und versuche den Leuten vom Ordnungsamt zu entkommen.

In Tel Aviv gilt Helmpflicht

Wer erwischt wird, muss ein Bußgeld von umgerechnet rund 60 Euro zahlen. Es gilt auch eine Helmpflicht, an die sich aber viele nicht halten. Wer E-Scooter mieten will, muss mindestens 18 sein, erklärt Yaniv Rivlin, von der Firma Bird, die als erste E-Scooter in Tel Aviv verlieh: "Wir werden Sicherheitskurse anbieten und Leuten zeigen wie man fährt. Wir werden weiter Helme ausgeben und das Bewusstsein schärfen. Sicherheit ist uns bei Bird sehr wichtig", so Rivlin.

Scooter werden oft gedankenlos abgestellt und stehen im Weg

Nach jeder Fahrt muss der abgestellte E-Scooter fotografiert werden. Dennoch sieht man überall im Stadtgebiet völlig gedankenlos geparkte Scooter, die Bürgersteige, Hauseingänge, Verkehrsinseln oder Bushaltestellen blockieren. Die Stadt entfernt mittlerweile E-Scooter, die falsch geparkt sind.

Die Verleihfirma muss in solchen Fällen ein Bußgeld von umgerechnet 15 Euro bezahlen. Nur in Einzelfällen berechne man dieses Geld dem Kunden, sagt Yaniv Rivlin von Bird.

Künftig soll es markierte Stellflächen für E-Scooter geben

In Zukunft will die Stadt das Parken der E-Scooter regulieren, erklärt Vize-Bürgermeisterin Lehavi: "Wir werden Stellflächen markieren - in Abständen von 100 bis 150 Meter. Man wird also 50 bis 75 Meter laufen müssen. Sie werden es tun müssen. Menschen sind Lebewesen die laufen. Wir schwimmen, fahren oder fliegen nicht. Wir laufen."

Die Zahl der E-Scooter wird ab dem 1. August auf 2.500 pro Verleihfirma begrenzt. Yaniv Rivlin von Bird wird also bald 500 seiner 3.000 E-Scooter einmotten müssen. Er hält die Regelung für falsch: "Die Zahl ist unglücklich, denn wir sehen ja die Nachfrage und die ist größer. Bei fast allen unseren Scootern sind die Batterien am Ende eines Tages leer. Das Angebot ist aktuell kleiner als die Nachfrage."

Die Stadtverwaltung will den Boom erst einmal kontrollieren, weil sie mit dem Bau von Radwegen nicht nachkommt. Für eine eigene Spur für E-Bikes und Scooter fehlt schlicht der Platz.

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E-Scooter müssen in Tel Aviv auf der Straße fahren. Wer auf dem Fußweg erwischt wird, muss ein Bußgeld von umgerechnet rund 60 Euro zahlen.

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In Zukunft will die Stadt das Parken der E-Scooter regulieren und eigene Stellflächen markieren.

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In Tel Aviv gilt für Fahrer von E-Scootern eigentlich eine Helmpflicht - aber viele halten sich nicht daran.

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Mit dem E-Scooter ist man gefährlich unterwegs. Die Zahl der Unfälle wird steigen, ist sich die Vize-Bürgermeisterin von Tel Aviv sicher.