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Waldbrand in Mecklenburg-Vorpommern weitet sich aus | BR24

© dpa/Jens Büttner

Waldbrand in Mecklenburg-Vorpommern

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    Waldbrand in Mecklenburg-Vorpommern weitet sich aus

    Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Backhaus spricht vom größten Waldbrand in der Geschichte des Bundeslandes. Mehr als 400 Hektar stehen in Flammen, der Rauch ist selbst in Berlin zu riechen. Munition im Waldboden erschwert die Löscharbeiten.

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    Der Waldbrand auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in der Nähe von Lübtheen ist nach Angaben der Behörden der größte in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns. Auch zu DDR-Zeiten habe es keinen Brand mit ähnlichem Ausmaß gegeben, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) auf einer Pressekonferenz.

    Unterstützung vom Bund bei Löscharbeiten angefordert

    Ein Löschpanzer und vier Löschhubschrauber der Bundespolizei sowie der Bundeswehr versuchen, die Flammen einzudämmen. Weitere Löschpanzer wurden laut Stefan Sternberg, Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim, angefordert. Nach Angaben des Landkreises versuchen die Einsatzkräfte, Ortschaften durch sogenannte Wasserwände vor dem Feuer zu schützen. Backhaus und Innenminister Lorenz Caffier (CDU) forderten Unterstützung vom Bund an. Das Land habe keine ausreichende Technik, um das Feuer zu löschen.

    Drohende Explosion von 45 Tonnen Alt-Munition

    Wegen der im Boden lagernden Munition müssen Einsatzkräfte tausend Meter Abstand zum Brand halten. Das betreffe Löschfahrzeuge genauso wie Löschflugzeuge, sagte Backhaus. Die Ortschaften zu sichern habe derzeit Priorität vor der Brandbekämpfung, so Landrat Sternberg.

    Bedroht von dem Feuer wird auch ein Betrieb des Munitionsbergungsdienstes auf dem ehemaligen militärischen Schießplatz. Die Flammen seien nur 50 Meter entfernt, so Backhaus. Der Übungsplatz war seit den 1930er Jahren in Betrieb und wurde vor vier Jahren geschlossen. Wie viel Alt-Munition im Boden lagere, konnte der Minister nicht sagen. Tests hätten eine Belastung mit "45 Tonnen Munition" ergeben. Dort liegen Landwirtschaftsminister Backhaus zufolge auch große Mengen an Sprengmitteln der Marine aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges.

    Einsatzkräfte kämpfen zudem mit Wind und anhaltender Trockenheit

    Der Brand breitete sich nach Angaben der Behörden bis Montagvormittag auf eine Fläche von 430 Hektar aus. Backhaus befürchtete, dass sich das Feuer vom Waldboden bis in die Kronen des Kiefernwaldes entwickelt, wodurch die Hitzeentwicklung weiter verstärkt werde. Regen sei nicht in Sicht, sagte Backhaus. Der drehende Wind mache es den Einsatzkräften zusätzlich schwer.

    Brandgeruch selbst in Sachsen und Berlin wahrnehmbar

    Drei Dörfer mit zusammen etwa 900 Einwohnern wurden seit Sonntagabend evakuiert. Laut Sternberg ist die 25 Kilometer entfernte Stadt Ludwigslust von Rauch vernebelt. Der Brandgeruch reicht bis in andere Bundesländer. Betroffen ist Berlin.

    Die Polizei Sachsen twitterte am Montag, dass der Nordwind den Brandgeruch bis in den rund 300 Kilometer entfernten Freistaat getragen habe. Auch die Feuerwehr Leipzig berichtete auf Twitter von einer Geruchsbelästigung im gesamten Stadtgebiet. Eine Gefährdung sei nicht festzustellen. Die Berliner Feuerwehr empfahl den Bewohnern der Hauptstadt, ebenfalls die Fenster zu schließen, aber von Nachfragen unter der Notrufnummer 112 abzusehen. "Der Geruch ist lästig, aber nicht gefährlich", twitterte die Feuerwehr.

    Verdacht auf Brandstiftung

    Schon in der vorigen Woche war in dem Waldgebiet östlich Lübtheens auf etwa sechs Hektar ein Feuer ausgebrochen, das nach Behördenangaben aber am Freitag gelöscht war. Am Sonntag brach das Feuer dann erneut aus und dehnte sich bei teilweise starken und drehenden Winden rasch aus. Als Ursache vermuten die Behörden Brandstiftung. Den bisherigen Erkenntnissen zufolge soll das Feuer an drei Stellen ausgebrochen sein. Innenmister Caffier wollte sich wegen der laufenden Ermittlungen nicht näher zu dem Verdacht äußern.