Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

Kassenarzt-Chef fordert Verbot von E-Scootern | BR24

© pa / dpa / Wolfram Steinberg

E-Scooter liegt auf einem Gehweg

2
Per Mail sharen
Teilen

    Kassenarzt-Chef fordert Verbot von E-Scootern

    Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, fordert ein Verbot von E-Scootern: Die Flitzer seien einfach zu gefährlich. Widerspruch kommt von den Versicherern und auch von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).

    2
    Per Mail sharen
    Teilen

    "E-Tretroller sollten komplett verboten werden. Nur das würde helfen, Verletzungen zu vermeiden", sagte Kassenarzt-Chef Andreas Gassen der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). Aus medizinischer Sicht seien die E-Roller einfach zu gefährlich. "Also weg damit", verlangte Gassen.

    Bezüglich der E-Roller seien die "schlimmsten Befürchtungen" der Ärzteschaft eingetreten: "Überall dort, wo diese Fahrzeuge inzwischen rumfahren, haben wir deutlich mehr Verletzte." Das beginne bei komplexen Brüchen von Armen und Beinen und reiche bis zu Kopfverletzungen und Todesfällen. Aus ärztlicher Perspektive sei es "unverantwortlich" gewesen, die E-Tretroller in Deutschland zuzulassen.

    "Es würde ja auch niemand Fahrräder verbieten"

    Der Unfallforscher Siegfried Brockmann vom Gesamtverband der Versicherer (GdV) widersprach Gassen allerdings: "Ein Verbot der E-Tretroller so kurz nach der Einführung zu fordern, ist Quatsch."

    Es sei von vornherein klar gewesen, dass es nach der Zulassung dieses zusätzlichen Verkehrsmittels zu Unfällen kommen würde, so Brockmann in der "NOZ": "Wir stellen auch schwere Unfälle unter Beteiligung von Radfahrern fest - aber es würde niemand auf die Idee kommen, sie im Straßenverkehr zu verbieten."

    Nötig seien vielmehr strengere Kontrollen und höhere Bußgelder, sagte Brockmann. Es gebe zu viele Nutzer, "die zu zweit oder auf dem Gehweg fahren oder unter Alkoholeinfluss unterwegs sind". Aktuelle Unfallstatistiken zu E-Scootern liegen dem GdV laut Brockmann noch nicht vor.

    Rücksichtslosigkeit weckt Unmut

    Die elektrischen Tretroller sind seit Mitte Juni in Deutschland erlaubt. Nutzer dürfen maximal 20 Stundenkilometer schnell fahren und müssen Fahrradwege nutzen - wenn es diese nicht gibt, die Straße. Das Fahren auf Fußwegen und in Fußgängerzonen ist verboten. Der Unmut über die E-Scooter wächst derzeit. Die Kritik entzündet sich vor allem an wild abgestellten Rollern und rücksichtslosen Fahrern.

    Der Wirtschaftsminister will keine neuen Verbote

    Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte sich am Wochenende gegen strengere Regeln für die elektrischen Tretroller ausgesprochen. Er sei für die "Freiheit im Straßenverkehr", sagte Altmaier den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Es gebe ohnehin schon "mehr als genug Verbote". Wichtig sei aber, dass die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer gewährleistet bleibe.