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Eine Krankenschwester zieht den Impfstoff des Herstellers Moderna mit einer Spritze auf

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    Kommt im Mai die Aufhebung der Impf-Priorisierung?

    Die Kassenärzte erwarten, dass im Mai die bisherigen Impf-Priorisierungen aufgehoben werden können. Neben den Hausärzten sollen sich dann auch verstärkt Fachärzte an der Impfoffensive beteiligen und Patienten die Vakzine verabreichen dürfen.

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    • BR24 Redaktion

    Die Kassenärzte erwarten, dass die Impfpriorisierung bestimmter Gruppen in Deutschland im Mai aufgehoben werden kann. "Im Mai sind neben den Hausärzten sukzessive auch die Fachärzte mit an Bord, und wir werden immer mehr gesunde Menschen und andere Personen außerhalb der derzeit berechtigen Gruppen impfen", sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, am Sonntag der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Er rechne damit, dass im Mai auch die Priorisierungsvorschriften sukzessive fallen und "von dann an jeder Erwachsene eine Impfung erhalten kann".

    Zahl der impfberechtigten Praxen nimmt zu

    Aus den priorisierten Risikogruppen seien bisher etwa 16 Millionen Menschen einmal geimpft, rund fünf Millionen würden als vollständig immunisiert gelten, sagte Gassen der Zeitung. Insgesamt gebe es in diesen Gruppen 23 Millionen Berechtigte. Da für die Impfzentren und Praxen im Mai jede Woche 4 bis 4,5 Millionen Impfdosen zur Verfügung stünden, hätten schon bald alle besonders Gefährdeten ein Impfangebot erhalten, so dass es für alle geöffnet werden könne.

    Die Einbeziehung der Fachärzte sei in diesem Zusammenhang sehr wichtig, da auch sie, wie die Hausärzte, viel Impferfahrung hätten, etwa Internisten, Onkologen oder Gynäkologen. Die Kinderärzte stünden ebenfalls bereit. Zwar gibt es bisher keinen Impfstoff, der für Minderjährige unter 16 Jahren zugelassen ist. "Aber die Kinderärzte könnten Eltern und andere erwachsene Begleitpersonen impfen", schlug Gassen vor.

    Spahn verspricht mehr Impfdosen

    Hintergrund für die Zuversicht ist die Ankündigung des Bundesgesundheitsministeriums, dass ab der kommenden Woche deutlich mehr Impfstoff an die Arztpraxen geliefert werden soll als bisher. Das Ministerium verwies in Berlin auf zusätzliche Lieferungen der Hersteller Biontech/Pfizer ab dem 26. April. Diese sollen bis Juni demnach weiter zunehmen.

    Den noch unverbindlichen Prognosen des Gesundheitsressorts zufolge dürften die Arztpraxen in der letzten Aprilwoche mehr als zwei Millionen Biontech-Impfdosen erhalten. Dies wäre mehr als doppelt so viel wie in dieser und in der vergangenen Woche. Für die kommende Woche wurden allerdings lediglich 462.000 Biontech-Impfdosen angekündigt, dazu 554.000 von Astrazeneca.

    Dem Ministerium zufolge steht auch generell im weiteren Verlauf des Quartals mehr Biontech-Impfstoff zur Verfügung als bislang eingeplant. Insgesamt würden damit für das zweite Quartal gut 50 Millionen Dosen des Biontech-Impfstoff erwartet. Dies seien etwa neun Millionen Dosen mehr als zuvor kalkuliert, hieß es. In den vergangenen Tagen hatte es Kritik von Ärztevertretern gegeben, sie würden, auch im Vergleich zu Impfzentren, zu wenig Biontech-Impfstoff erhalten.

    In Sachsen-Anhalt wird ab sofort der Impfstoff von Astrazeneca produziert. In drei Monaten sollen mindestens zehn Millionen Impfdosen abgefüllt werden.

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