BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© dpa
Bildrechte: dpa

Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV)

95
Per Mail sharen

    Kassenärzte-Chef Gassen erwartet Scheitern des Lockdowns

    Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, beurteilt die Erfolgsaussichten des zweiten Lockdowns skeptisch. Er plädiert stattdessen für einen besseren Schutz der Risikogruppen. Experten kritisieren Gassen für diese Aussagen.

    95
    Per Mail sharen
    Von
    • BR24 Redaktion

    Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, rechnet mit einem Scheitern des seit Mittwoch geltenden harten Lockdowns.

    "Ich gehe nicht davon aus, dass wir bis zum 10. Januar eine relevante Absenkung der Infektionsraten und schon gar nicht der Todesfälle erreichen werden." Gassen gegenüber dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland"

    Daran werde auch eine Verlängerung nichts ändern. Es sei schwer vorstellbar, dass der von der Politik als Messlatte genannte Wert von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen durch einen Lockdown nachhaltig unterschritten werde - "egal, ob der Lockdown nun drei oder zehn Wochen dauert".

    Experten kritisieren Gassens Äußerungen

    Dies sehen allerdings sowohl der Chefvirologe der Berliner Charité, Christian Drosten, als auch der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach anders. Dass der Lockdown keine langfristige Strategie sei, verstehe sich eigentlich von selbst, Gassens ständige Zweifel daran seien allerdings höchst kontraproduktiv und würden lediglich dazu dienen, die Corona-Leugner zu bestätigen.

    Gassens Alternative: eine Test-Offensive

    Zielführender erscheint Gassen ein optimierter Schutz von Risikopersonen. Bis die Impfungen bei Alten und Vorbelasteten abgeschlossen sind, fordert der oberste Vertreter der Kassenärzte zur Senkung der Todesfälle tägliche Tests des Personals in Alten- und Pflegeheimen. Zudem dürfe kein Besucher ein Heim ohne negativen Schnelltest betreten.

    Schnelle Impfung - schnelle Rückkehr zur Normalität

    Zugleich forderte Gassen die Aufhebung der Corona-Schutzmaßnahmen, wenn alle impfbereiten Menschen eine Impfung erhalten haben. Auf Impfverweigerer würde er dabei keine Rücksicht nehmen.

    "Wer sich bei breiter Verfügbarkeit eines Impfstoffes nicht impfen lassen will, muss dann auch mit dem Risiko leben, an Covid-19 zu erkranken oder gar daran zu sterben." Andreas Gassen

    Es könne nicht sein, dass der Rest der Gesellschaft dauerhaft auf Impfverweigerer Rücksicht nehmen muss, betonte der KBV-Vorsitzende.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!