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Christen gedenken am Karsamstag den Tag der Grabesruhe Jesu. Tanzen ist in Bayern verboten - ebenso wie Lärm in der Öffentlichkeit.

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Karsamstag oder Ostersamstag: Was ist richtig?

Zwischen Karfreitag und Ostersonntag liegt der Karsamstag oder eben Ostersamstag. Doch wie heißt der Tag, der dem christlichen Glauben gemäß zwischen der Kreuzigung und Auferstehung von Jesus liegt, denn nun richtig?

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An Ostern feiern Christen die Auferstehung Christi. Doch der Samstag davor heißt demnach nicht Ostersamstag, sondern Karsamstag. Jesus ist noch nicht wieder auferstanden, der Karsamstag gilt im christlichen Glauben als der Gedächtnistag der Grabesruhe.

Karsamstag spielt in der Bibel keine besondere Rolle

Nachdem am Karfreitag der Kreuzigung Jesu gedacht wird, finden am Karsamstag keine Gottesdienste statt. Auf den Altären stehen weder Kerzen noch Blumen. Die karge Ausgestaltung der Kirchen weist auf Leiden und Tod Jesu hin. In der Bibel spielt dieser Tag keine wichtige Rolle. Es ist die Rede von einer Grabwache, damit die Jünger die Leiche nicht stehlen können.

Dem Markusevangelium zufolge hielten Maria und Maria Magdalena die Sabbatruhe ein - der Karsamstag ist also theologisch gesehen der Tag der Trauer und der Leere nach einem schlimmen Ereignis. An diesem Tag empfanden die Jünger Furcht und Hoffnungslosigkeit.

"Kar" bedeutet Trauer

Die Zeitspanne zwischen der Messe vom Letzten Abendmahl am Gründonnerstag bis zum Ostersonntag wird in der katholischen Kirche auch als "die drei österlichen Tage" oder auch Triduum bezeichnet. Die Tage zwischen Palmsonntag und Ostern heißen Karwoche. Das Wort "Kar" stammt aus dem Althochdeutschen und bedeutet "Trauer", "Klage" oder "Kummer".

Mit der Osternacht in der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag wird mit dem Osterfeuer das Osterfest eingeläutet. Viele Kirchengemeinden feiern die Osternacht am Karsamstag spätabends, manche auch in den Morgenstunden des Ostersonntags. Mit dem Karsamstag endet auch die Fastenzeit.

Und warum heißt es Gründonnerstag?

Am Gründonnerstag gedenkt die Kirche des letzten Abendmahls, das Jesus mit seinen Jüngern hielt, und damit der Einsetzung der Eucharistie. Nach dem Gloria im Gottesdienst verstummen Orgel und Glocken - in Bayern ist deshalb auch die Rede davon, die Glocken würden nach Rom fliegen.

Zwar will der Volksbrauch, dass an diesem Tag bevorzugt "grüne Speisen" wie Spinat oder Brunnenkresse auf dem Tisch stehen, doch dürfte der Tag seinen Namen nicht der Farbe verdanken, sondern dem althochdeutschen "Grunen" oder "Greinen", das "Weinen" bedeutet. 

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