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Kanzlerin Merkel hat erneut heftigen Zitteranfall | BR24

© dpa-Bildfunk/Kay Nietfeld

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei der Ernennung der neuen Justizministerin erneut einen Zitteranfall erlitten.

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Kanzlerin Merkel hat erneut heftigen Zitteranfall

Schrecksekunde bei der Ernennung der neuen Justizministerin: Bundeskanzlerin Merkel begann am ganzen Körper zu zittern. Schon vergangene Woche hatte sie einen ähnlichen Schwächeanfall. Was würde passieren, wenn sie aus Gesundheitsgründen ausfiele?

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Während einer Rede des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier hat Bundeskanzlerin Angela Merkel plötzlich angefangen, am ganzen Körper zu zittern. Sie legte immer wieder ihre Arme fest aufeinander, wohl um die Kontrolle nicht zu verlieren. Ziemlich schnell wurde ihr ein Glas Wasser angeboten, das sie aber zurückgab, ohne daraus zu trinken.

Eigentlich standen bei der Zeremonie am frühen Vormittag im Berliner Schloss Bellevue zwei andere Personen im Vordergrund: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ernannte die SPD-Abgeordnete Christine Lambrecht zur neuen Bundesjustizministerin. Zugleich würdigte er die Arbeit ihrer Vorgängerin Katarina Barley, die ins EU-Parlament wechselt.

Nach wenigen Minuten legte sich das starke Zittern bei der Kanzlerin dann wieder. Später saß sie auf der Regierungsbank im Bundestag, dort wurde die neue Justizministerin Lambrecht von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble vereidigt. Kurz nach der Vereidigung verließ Merkel dann den Plenarsaal.

Ähnlicher Vorfall vor gut einer Woche

Schon vor gut einer Woche hatte ein ähnlicher Schwächeanfall der Bundeskanzlerin Aufsehen erregt, als sie den neuen Präsidenten der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, im Kanzleramt empfing. Als Merkel und Selenskyj nebeneinander stehend der Nationalhymne zuhörten, begannen Beine und Körper der Kanzlerin stark zu zittern. Merkel erklärte den Schwächeanfall später damit, zu wenig Wasser getrunken zu haben.

Keine Spekulationen zum Gesundheitszustand

Warum die Bundeskanzlerin nun zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage in der Öffentlichkeit einen Schwächeanfall hatte, darüber wollen Bundespolitiker nicht spekulieren, auch wenn es durchaus ungewöhnlich ist. Nach mehreren Tagen mit Temperaturen über 30 Grad war es heute Morgen in Berlin deutlich kühler.

Regierungssprecher Steffen Seibert betonte, dass es Merkel gut gehe. Sie werde alle ihre geplanten Termine wahrnehmen, auch den G20-Gipfel in Japan. Mittlerweile ist sie auf dem Weg dorthin.

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Beim G20-Gipfel in Japan dürfte es unter den Staats- und Regierungschefs inhaltlich zur Sache gehen. Es wird neben aktuellen Krisen wie dem Handelsstreit und dem Irankonflikt vor allem um ein Thema gehen: den Klimawandel.

Seehofer: "Keine Ferndiagnose"

Auf Nachfrage in der Bundespressekonferenz bat Bundesinnenminister Seehofer um Verständnis dafür, dass er sich zum Gesundheitszustand der Kanzlerin nicht äußert. "Ich habe mich nie an Ferndiagnosen beteiligt, weil ich allzu häufig Gegenstand von Ferndiagnosen war - und zwar über Jahre", sagte Seehofer.

Der Münchner SPD-Bundestagsabgeordnete Florian Post sieht in dem erneuten Schwächeanfall keinen Ansehensverlust für Merkel oder gar Deutschland. Wenn jemand kurzzeitig gesundheitliche Probleme hat, werde ihm das niemand in Deutschland schlecht anrechnen, auch nicht der Kanzlerin. "Ich denke, dass auch alle politischen Gegner ihr alle Gute wünschen, ich tue das auch", sagte Post.

Was passiert, wenn ein Bundeskanzler ausfällt?

Wenn ein Bundeskanzler vorübergehend abwesend ist, zum Beispiel im Urlaub, übernimmt der Vizekanzler. Derzeit hat Bundesfinanzminister Olaf Scholz von der SPD dieses Amt inne. Er leitet unter anderem auch Kabinettssitzungen, wenn Kanzlerin Merkel abwesend ist.

Die Geschäftsordnung der Bundesregierung sieht vor, dass ein Bundeskanzler auch den Umfang seiner Vertretung selbst bestimmen kann. Nicht eindeutig festgelegt ist aber der Fall einer längerfristigen Abwesenheit des Bundeskanzlers.

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Die SPD-Politikerin Christine Lambrecht ist neue Bundesjustizministerin. Sie erhielt heute von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Ernennungskunde. Ihre Vorgängerin Katarina Barley wechselt in Europaparlament.