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Bundesinnenminister Horst Seehofer ist gegen eine Corona-Impfpflicht und setzt stattdessen auf Werbung und Kampagnen. Im Sonntags-Stammtisch im BR stellte er aber auch klar, das Geimpfte automatisch Privilegien genießen.

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Kanzleramtschef: Geimpfte bekommen mehr Freiheit als Ungeimpfte

Die Inzidenz-Zahlen steigen, die Sorge vor einem erneuten Lockdown ist groß. Laut Kanzleramtsminister Helge Braun müssen Menschen ohne Impfung bald mit stärkeren Einschränkungen rechnen. Innenminister Seehofer spricht sich gegen eine Impfpflicht aus.

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  • BR24 Redaktion

Seit zwei Wochen nimmt die Sieben-Tage-Inzidenz stetig zu. Zugleich lassen sich immer weniger Menschen impfen. Angesichts dieser Entwicklung sei es unausweichlich, dass Geimpfte mehr Freiheiten bekommen als Ungeimpfte, so Kanzleramtsminister Helge Braun.

Braun: "Definitiv mehr Freiheiten" für Geimpfte

"Geimpfte werden definitiv mehr Freiheiten haben als Ungeimpfte", sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag". "Das kann auch bedeuten, dass gewisse Angebote wie Restaurant-, Kino- und Stadionbesuche selbst für getestete Ungeimpfte nicht mehr möglich wären, weil das Restrisiko zu hoch ist."

Kretschmann: Kann Impfpflicht "nicht ausschließen"

Auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann sagt, eine Impfpflicht sei zwar nicht geplant, er könne diese aber nicht ausschließen. "Im Kern kann man sagen: Impfen ist Bürgerpflicht. Es geht um sehr viel. Das sollte jeder verantwortlich denkende Mensch einfach tun" , sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. "Es ist möglich, dass Varianten auftreten, die das erforderlich machen." Denkbar sei zum Beispiel, "dass wir irgendwann gewisse Bereiche und Tätigkeiten nur noch für Geimpfte zulassen", so Kretschmann.

Seehofer: "Bin gegen Impfpflicht" - lieber Werbung und Kampagnen

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hingegen sprach sich im BR gegen eine Impfpflicht aus. Derzeit erlebe man eine Verdoppelung der Inzidenzzahl alle 12 Tage. Es sei durchaus möglich, dass man im Herbst bis zu 100.000 Neuinfektionen pro Tag erlebe. Trotzdem sagte Seehofer: "Ich bin gegen Impfpflicht." Er sei der Auffassung, "dass man mit Werbung, mit Kampagnen Impfung erreicht, und nicht mit Impfpflicht." Eine Impfpflicht berge die Gefahr, dass es dann heiße: "Wenn du nicht geimpft bist, bekommst du bei mir keinen Arbeitsvertrag. Oder keinen Versicherungsvertrag." Ein solches Szenario wolle Seehofer vermeiden, sagte er. Gewisse Privilegien für Geimpfte, wie etwa das Wegfallen der Quarantäne bei Reiserückkehr, befürworte er allerdings.

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Bayerns Ministerpräsident Söder fordert, dass Impfverweigerer künftig keine kostenlosen Tests mehr bekommen sollten.

Holetschek fordert: Auch während der Ferienzeit zur Impfung!

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) ruft indes dazu auf, dass sich die Menschen auch während der anstehenden Sommerferien impfen lassen sollen. "Corona macht keine Ferien, und auch unsere Impfangebote sind in den Ferien weiter für alle Impfwilligen offen. Dieser Sommer ist ein Impf-Sommer", so Holetschek in einer Mitteilung. Nur so sei ein voller Immunschutz gegen eine schwere Covid-Erkrankung möglich.

Appell an Urlauber: Testen und Quarantäne einhalten

Außerdem appelliert Holetschek an Urlauber, sich testen zu lassen und Quarantäneregeln einzuhalten: "Wir dürfen in Deutschland die Fehler des Sommers 2020 nicht wiederholen, der Reiseverkehr darf nicht wieder ein Treiber der Pandemie werden."

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