BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: BR

Bei der ersten Veranstaltung seit Bekanntgabe seiner Präsidentschaftskandidatur hat US-Rapper Kanye West mit kontroversen und teils verwirrenden Aussagen für Aufmerksamkeit gesorgt.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Kanye West bricht bei Auftritt zu US-Wahl in Tränen aus

Rapper Kanye West will offenbar wirklich US-Präsident werden. Bei seiner ersten Wahlkampfveranstaltung sprach er über Religion und Rassismus - und brach in Tränen aus, als er erzählte, dass sein Vater ihn habe abtreiben lassen wollen.

Per Mail sharen
Von
  • Claudia Steiner

Bei der ersten Veranstaltung seit Bekanntgabe seiner Präsidentschaftskandidatur hat US-Rapper Kanye West mit kontroversen und teils verwirrenden Aussagen für Aufsehen gesorgt. In einer Halle in North Charleston im Bundesstaat South Carolina sprach der 43-jährige Musiker vor geladenen Gästen unter anderem über Rassismus, Religion und Drogen. Über die schwarze Freiheitskämpferin Harriet Tubman sagte er, diese habe in Wirklichkeit nie Sklaven befreit: "Sie hat sie nur für andere Weiße arbeiten lassen." Tubman wurde um 1820 auf einer Plantage in Maryland geboren. Sie ging in die Geschichtsbücher ein, weil sie ab 1850 als Untergrundkämpferin unzähligen anderen Sklaven zur Freiheit verhalf. Später engagierte sie sich in der Frauenbewegung. Sie starb 1913.

Als rassistisch verurteilte West die Behauptung, seine Kandidatur werde die schwarzen Wähler in den USA spalten. Bei der Wahl im November tritt der republikanische Präsident Donald Trump voraussichtlich gegen den designierten Kandidaten der Demokraten, Joe Biden, an. West galt lange als Anhänger von Trump. Zuletzt distanzierte er sich aber von dem US-Präsidenten. Beobachter gehen davon aus, dass der Rapper in einigen heiß umkämpften Schlüsselstaaten Biden schaden könnte, sollte West tatsächlich antreten und schwarze Wählerstimmen gewinnen.

Tränenreicher Auftritt

Bei der Veranstaltung brach West in Tränen aus, als er erzählte, sein Vater habe seine Mutter dazu bringen wollen, ihn abzutreiben. "Meine Mutter hat mein Leben gerettet", sagte er. Auch er und seine Frau Kim Kardashian hätten über eine Abtreibung diskutiert. Kanye West deutete an, er sei zunächst gegen die Geburt ihres ersten gemeinsamen Kindes, Tochter North, gewesen. "Ich habe fast meine Tochter getötet", sagte der Musiker schluchzend. Nicht alle Zuhörer waren mit seinen Ausführungen einverstanden - auf Videos ist zu sehen, wie ein protestierender Zuhörer aus dem Saal gebracht wird.

Große PR-Aktion für neues Album?

Der Rapper trug bei seinem Auftritt eine Schutzweste mit der Aufschrift "Security" und hatte sich die Jahreszahl 2020 ins Haar schneiden lassen. West hatte vor rund zwei Wochen erstmals über seine - per Tweet - angekündigte Kandidatur für das Amt des US-Präsidenten gesprochen. Sein Slogan werde "Yes" lauten, sagte er dem Magazin "Forbes". Seine Partei nenne er die "Birthday Party". "Wenn wir gewinnen, ist das ein Geburtstag für jeden", lautete seine Erklärung. Ob der Rapper aber die für die Bewerbung nötigen Dokumente eingereicht hat, ist weiter unklar. In mehreren US-Bundesstaaten sind bereits die Fristen verstrichen, um auf die Stimmzettel gedruckt zu werden. Auch ist unklar, ob die Bewerbung nicht nur eine große PR-Aktion für ein neues Album sein soll, das in wenigen Tagen erscheinen wird.

Schon lange politische Ambitionen

Politische Ambitionen hatte West schon häufiger geäußert. 2015 bei den MTV Video Music Awards erklärte er, bei der US-Wahl im Jahr 2020 antreten zu wollen. Vor zwei Jahren sagte er dann in einem Radiointerview, möglicherweise im Jahr 2024 für das Präsidentenamt kandidieren zu wollen. Der Rapper hatte in der Vergangenheit in Interviews erzählt, dass er unter einer bipolaren Störung leidet und beklagt, dass die Menschen ihn aufgrund seiner psychischen Erkrankung nicht ernst nehmen würden.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!