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Rapper Kanye West bei US-Präsident Donald Trump

Denkwürdige zehn Minuten haben sich heute im Oval Office im Weißen Haus abgespielt: Künstler und Unternehmer Kanye West saß mit roter "Make America Great Again"-Kappe dem US-Präsidenten Donald Trump gegenüber und monologisierte sich durch eine Vielzahl von Themen: Arbeitsplätze, psychische Krankheiten, Präsidentenflugzeuge. Trump hörte währenddessen halb belustigt, halb ernst zu und resümierte abschließend: "Das war beeindruckend."

Am Ende gab es kein Halten mehr: Kanye West stand auf, ging um den massiven Schreibtisch herum, beugte sich hinunter und umarmte Trump. "Ich liebe diesen Typen", betonte er nochmal. "Ich liebe ihn."

Die Themen von Kanye West: Gnadengesuche, Kriminalität, Superman

Das sei doch sehr schön, sagte Trump lächelnd, zufrieden über das, was er gerade gehört hatte – und zufrieden über das, was es zu sehen gab: Dass er von diesem schwarzen Künstler für seinen Politikstil gelobt und unterstützt wird. Kanye West war gemeinsam mit dem legendären Footballspieler und Aktivisten Jim Brown im Weißen Haus, um Trump zu einem Arbeitsmittagessen zu treffen. Gesprächsthemen: Gnadengesuche, die hohe Kriminalitätsrate in Wests Heimatstadt Chicago und wirtschaftliche Investitionen in Großstädten.

Kanye West fühlte sich wie Superman mit der Trump-Kappe

Beim Fototermin im Oval Office setzte West dann zu dem gut zehnminütigen Monolog an. Er streifte diese Themen – und viele, viele andere. Er liebe zwar Hillary Clinton, erzählte der 41-Jährige, aber von ihrem Campaign-Slogan "I’m with her" (Ich bin bei ihr, Anmerkung der Redaktion) habe er sich nicht angesprochen gefühlt. Stattdessen habe er sich wie Superman gefühlt, sein Lieblings-Superheld, als er die Trumpsche "Make America Great Again"-Kappe aufsetzte.

Wests Ideen für die Präsidentenmaschine: "iPlane 1"

Er plauderte weiter darüber, dass man mehr Jobs aus dem Ausland zurück in die USA holen sollte, was ihn wiederum dazu führte, über seine Kooperation mit einem Sneakerhersteller in Herzogenaurach zu reden. Er erwähnte den Unabomber und ließ sich erneut über den 13. Zusatzartikel zur US-Verfassung aus. Schon vor Wochen hatte West für Irritationen gesorgt, als er forderte, dieser Zusatzartikel, in dem die Abschaffung der Sklaverei festgeschrieben wurde, abzuschaffen.

Und dann redete er über seinen Gesundheitszustand, dass bei ihm fälschlicherweise eine bipolare Störung diagnostiziert worden sei, dabei habe er nur unter Schlafmangel gelitten. Kurz darauf zog er sein Mobiltelefon aus der Tasche und zeigte seinem Gegenüber einen Entwurf für eine mögliche neue Präsidentenmaschine: "iPlane 1" solle dieses wasserstoffbetriebene Flugzeug heißen, so West, möglicherweise könne Apple die Maschine herstellen.

Ambitionen auf den Sitz im Oval Office

Während Kanye West laut und gestikulierend, garniert mit ein paar gar nicht präsidialen Schimpfwörtern, seinen Gedankenfluss präsentierte, saß ihm Trump mit gefalteten Händen gegenüber und lächelte. Der ehemalige Reality-TV-Star wusste, dass hier gerade bestes Programm gemacht wurde.

Ein anwesender Journalist fragte Trump, ob er sich vorstellen könne, dass ihn West einmal als US-Präsident im Weißen Haus beerbe. Möglich, sagte Trump. Aber erst nach 2024, schob West hinterher.