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Kantinen wollen verstärkt auf Bio-Essen setzen | BR24

© picture alliance/chromorange

Symbolbild eines modernen Bio-Gerichts

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    Kantinen wollen verstärkt auf Bio-Essen setzen

    Im neuen Artenschutzgesetz ist der Anteil der ökologischen Landwirtschaft bis 2030 auf 30 Prozent festgeschrieben. Eine Maßnahme: In staatlichen Kantinen soll mindestens jedes zweite Gericht Bio sein. Eine Herausforderung für die Betreiber.

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    Jürgen Wiesenhofer hat mehrere Kantinen in München gepachtet, unter anderem die Kantine im Rathaus am Marienplatz. Dort gäbe es schon jetzt einen Öko-Anteil von rund 20 Prozent, so der Pächter. Zwar keine reinen Bio-Gerichte, dafür aber mit Zutaten wie Bio-Kartoffeln oder Bio-Gemüse. Den Bio-Anteil zu erhöhen sei theoretisch kein Problem, doch dann würde es wohl teurer. Die Schmerzgrenze liege jetzt bei 6,80 Euro.

    Kantinen-Kunden lassen sich von höheren Preise abschrecken

    Besonders deutlich wird es bei Kantinenklassikern wie Schnitzel oder Currywurst, denn der Preisunterschied ist beim Fleisch besonders hoch, so Kantinen-Pächter Wiesenhofer.

    "Wir probieren in der Richtung schon regelmäßig und wir merken, dass gerade bei Klassikern, also dem Schnitzel, Bolognese oder Curry-Wurst, um die Hälfte weniger konsumiert wird als üblich, weil der Preis natürlich ein anderer ist." Jürgen Wiesenhofer, Kantinen-Pächter

    Das ganze Tier könnte in Zukunft verarbeitet werden

    Bei 400 bis 500 Essen pro Tag, die in der städtischen Rathauskantine über die Theke gehen, stellen sich dem Pächter auch noch ganz andere Probleme bei einer Umstellung auf Öko-Fleisch. Schließlich könne er bei einem Bio-Metzger nicht 500 Kilo Schweinenacken bestellen. Denn der könne anschließend die Reste nicht mehr verwerten. Deshalb setzt Wiesenhofer auf eine "Ganztierverwertung", das heißt, er will jedes Teil des Tiers verarbeiten. Damit könne man den Gästen einen akzeptablen Preis bieten.

    Bauernverband befürchtet Import von Billig-Bio aus dem Ausland

    Vom Bauernverband gibt es Vorbehalte, was eine Steigerung des Bio-Anteils in Bayern betrifft. Der Präsident des Bayerischen Bauernverbands, Walter Heidl, fürchtet, dass bei einem höheren Bio-Anteil nicht die Nachfrage nach heimischen Produkten wächst.

    "Wir erleben momentan, dass Billig-Bio aus aller Herren Länder importiert wird und unsere Bio-Bauern zu diesen Preisen schlichtweg nicht erzeugen können." Walter Heidl, Präsident Bayerischer Bauernverband

    Für den Kantinenpächter Jürgen Wiesenhofer bedeutet mehr Bio mehr Aufwand und Bürokratie. Prinzipiell findet er es aber gut, verstärkt auf biologische Lebensmittel zu setzen.