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Die drei Kandidaten für den CDU-Bundesvorsitz
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Jannik Pentz
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Die drei Kandidaten für den CDU-Bundesvorsitz

In einem Punkt ist sich Markus Söder sicher: Die vergangenen Streitereien zwischen CDU und CSU haben beiden Parteien massiv geschadet.

"Die Erfahrungen dieses Jahres waren doch eindeutig. Streit nützt nur den anderen und deswegen, glaube ich, müssen CDU und CSU bei der Wahrung ihrer Positionen zu einem konstruktiven Miteinander finden." Markus Söder, Bayerischer Ministerpräsident

Söder, der im Januar 2019 CSU-Chef werden will, möchte es in Zukunft also besser machen. Deshalb schaut er nun ganz genau hin, wenn sich am Freitag in Hamburg der Machtkampf um den CDU-Vorsitz entscheidet.

Friedrich Merz kenne er von allen dreien am längsten, "noch aus meiner Zeit als Generalsekretär", sagt Söder. Doch auch Frau Kramp-Karrenbauer kenne er "sehr gut", und mit Jens Spahn sei er "seit vielen Jahren befreundet, sogar noch aus JU-Zeiten". Fazit: "Ich kann mit allen dreien." Einen Favoriten nennt Söder auf Nachfrage nicht.

Kein offizieller CSU-Wunschkandidat für CDU-Vorsitz

Offiziell gibt es bei der CSU also keinen Wunschkandidaten. Zu groß wäre wahrscheinlich das Risiko, nun in aller Öffentlichkeit aufs falsche Pferd zu setzen. Denn das Rennen um den CDU-Vorsitz ist so offen und so unberechenbar wie selten zuvor. Dass die CDU-Delegierten überhaupt zwischen mehreren Kandidaten wählen können, kam das letzte Mal vor über 40 Jahren vor. Weil außerdem nicht die Parteibasis abstimmt, sondern 1.001 CDU-Delegierte, gibt es im Vorfeld der entscheidenden Wahl auch keine belastbaren Umfragen.

Experten: Leichte Präferenz für Merz

Gibt es in der CSU also wirklich keine Präferenz für einen der drei Kandidaten? Doch, sagt Ursula Münch von der Politischen Akademie Tutzing: "Bei den CSU-Frauen liegt die Präferenz klar bei Annette Kramp-Karrenbauer", so Münch. Insgesamt betrachtet gebe es in der CSU aber wohl eine leichte Präferenz für Friedrich Merz.

Wohl wenig Sympathie für Spahn in der CSU

Eher weniger Sympathien in der CSU genieße dagegen Jens Spahn, sagt die Politologin. Vor allem seine gesellschaftspolitischen Einstellungen, wie sein Eintreten für die "Ehe für Alle", dürfte "in weiten Teilen der CSU nicht auf Zustimmung stoßen."

Wer letztendlich den CDU-Vorsitz übernimmt und dann enger mit der CSU zusammenarbeiten muss, das entscheidet sich am Freitag.

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Frischen Wind - das will die CDU. Nach Merkel soll alles anders werden. Oder doch nicht? Die Kandidaten um den CDU Partei-Vorsitz laufen sich warm. Egal wer es auf dem Bundesparteitag wird, der Aufbruch ist spürbar.

Hören Sie hier die B5-Sendung "1 Thema, 3 Köpfe" zur Situation der CDU. Zum Thema "Mensch Merkel, die CDU diskutiert! Ein echter Neuanfang?" diskutieren Nina Landhofer, Ingo Lierheimer und Susanne Betz.

Die Kandidaten für den CDU-Vorsitz, Annegret Kramp-Karrenbauer (l-r), Friedrich Merz und Jens Spahn

Die Kandidaten für den CDU-Vorsitz, Annegret Kramp-Karrenbauer (l-r), Friedrich Merz und Jens Spahn