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Friedrich Merz, der frühere CDU/CSU-Fraktionschef, Annegret Kramp-Karrenbauer, CDU Generalsekretärin und Jens Spahn (CDU), Gesundheitsminister
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Friedrich Merz, der frühere CDU/CSU-Fraktionschef, Annegret Kramp-Karrenbauer, CDU Generalsekretärin und Jens Spahn (CDU), Gesundheitsminister

Unter den drei Bewerbern für den CDU-Vorsitz wird der Ton rauer. Friedrich Merz wirft seiner Partei tatenloses "Achselzucken" angesichts des Aufstiegs der AfD vor – und erntet scharfen Widerspruch von seinen Kontrahenten Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn. Auf insgesamt acht Regionalkonferenzen, die über das ganze Bundesgebiet verteilt stattfinden, sollen sich derzeit die Bewerber der CDU-Basis vorstellen. Das BR-Politikmagazin Kontrovers war am Dienstag in Böblingen dabei.

Aufbruchsstimmung bei der CDU-Basis

2.000 Parteimitglieder vor allem aus Baden-Württemberg sind an diesem Abend gekommen. Es geht um eine Richtungsentscheidung für die Zukunft ihrer CDU. Zehn Minuten haben die drei Bewerber, um sich mit einer kurzen Rede vorzustellen und die Zuhörer zu gewinnen. Dann kommen Fragen aus dem Publikum.

Spahn zu unerfahren?

Jens Spahn, 38 Jahre alt und als Kritiker Merkels bekannt, galt lange als ein Hoffnungsträger der Jungen Union. Doch manche in der CDU werfen ihm nun vor, noch zu wenig Erfahrung zu haben, noch zu jung zu sein.

"Da denke ich mir, das ist vielleicht ein Teil des Problems, dass man mit 38 noch blutjung ist." Jens Spahn

Annegret Kramp-Karrenbauer, die momentane Generalsekretärin der CDU, gilt als die Bewerberin mit den besten Aussichten. Aber sie gilt auch als enge Vertraute der Kanzlerin. Ob mit ihr ein echter Neustart glücken kann, da gibt es Zweifel.

"Es gibt vieles, was mich mit Angela Merkel verbindet. Politisch. Es gibt auch Punkte, die uns trennen." Annegret Kramp-Karrenbauer

Es ist Friedrich Merz, der an diesem Abend in Böblingen den größten Applaus erntet. Und das, obwohl sich vor neun Jahren eigentlich komplett aus der Politik zurückgezogen hat.

Der Blick von außen

Der Außenseiter, der den Finger in die Wunde legen darf – dieses Bild will Merz heute von sich vermitteln. Natürlich greift er so die aktuellen Entscheidungsträger der CDU an. Doch er selbst sieht darin kein Problem.

"Nicht jede abweichende Meinung ist eine Kritik an einer Person." Friedrich Merz

Ein klares Stimmungsbild aus Böblingen ergibt sich an diesem Abend nicht. Alle drei Kandidaten haben hier ihre Anhänger.

Anders in Rosenheim, Oberbayern. Hier hat sich der Nachwuchs der CSU versammelt, um sich den Dreikampf bei der Schwesterpartei via Internetübertragung anzusehen.

Junge Union in Oberbayern für Merz

Oberbayerns JU Chef Daniel Artmann hat einen klaren Favoriten: Friedrich Merz. Dass Merz mit 63 Jahren der älteste Bewerber ist, daran stört sich die JU nicht. Er habe seine Vorstellungen für die der Zukunft am klarsten dargestellt.

Doch die Entscheidung im Rennen um Angela Merkels Nachfolge fällt weder in Rosenheim, noch in Böblingen. Noch gut eine Woche läuft der Countdown, bis am CDU Parteitag in Hamburg der Sieger feststeht. Bei weitem nicht jedes CDU Mitglied, das sich auf den Regionalkonferenzen ein Bild gemacht hat, wird dann mitentscheiden. Der Parteitag ist auf 1.001 Delegierte beschränkt.