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Kampf gegen Plastikmüll: EU-Parlament beschließt Kaufverbote | BR24

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Das Europa-Parlament hat ein Verbot von Einmal-Plastikprodukten auf den Weg gebracht. Betroffen sind unter anderem Kunststoffgeschirr oder Wattestäbchen. Das Verbot soll ab 2021 gelten.

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Kampf gegen Plastikmüll: EU-Parlament beschließt Kaufverbote

Die Europäische Union will Strände und Meere von Plastik befreien. Dafür verbietet sie Strohhalme, Plastikbesteck und Wattestäbchen. Wirklich sauber wird es dadurch aber nicht.

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So manche Plastikgabel hat schon mehr von der Welt gesehen als Marco Polo. Der meiste Plastikmüll landet in den Meeren, gerät in Meeresströmungen, wird von Fischen verschluckt, tötet sie und wandert weiter über die Weltmeere.

Die Dimension wird sichtbar an den europäischen Stränden, an der Adria oder an der Nordsee. Colaflasche, Kaffeebecher, Sonnenmilchtube, Plastikgabel. Alles tausendfach im Sand vergraben oder zwischen Steinen verkeilt. Die EU will mit einer Richtlinie die Vermüllung ihrer Meere und Strände nun offiziell stoppen.

Plastikgabelverbot ab 2021

Es ist einer der letzten Schritte in einem Verfahren, für das sich die Politik schon länger feiert. Nach dem Votum in Straßburg müssen formell noch die Mitgliedstaaten grünes Licht geben. 2021 soll dann das Verbot greifen, das viele Produkte aus den Supermarktregalen verschwinden lassen wird.

Kennzeichnung umweltschädlicher Produkte

Zum einen sollen Produkte mit einem gewissen Kunststoffgehalt gekennzeichnet werden. So soll auf die negativen Umweltauswirkungen etwa von Hygieneeinlagen und Feuchttüchern hingewiesen werden. Zum anderen werden Einwegprodukte, für die es umweltfreundliche Alternativen gibt, spätestens 2021 vom Markt genommen werden. Dazu gehören Wattestäbchen, Einweggeschirr, Trinkhalme und Luftballonstäbe.

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Nur Wattestäbchen, Strohhalme und Plastikbesteck (gelb markiert) trifft das Verbot. Daten: Europäische Kommission / JRC Technical Reports

Verbot mit Ausnahmen

Doch die Sache hat einen Haken: Die Produkte, die aus den Regalen verschwinden, machen nur einen kleinen Teil aus. Denn: An Europas Stränden wird viel häufiger anderer Müll gefunden. Zigarettenstummel, Fastfood-Verpackungen und Deckel und Verschlüsse von Flaschen und Tuben, wie auch die Grafik zeigt. Deshalb wird es bald weitere Auflagen geben. Und zwar für Plastikflaschen: Ab 2024 dürfen Getränkebehälter aus Plastik nur verkauft werden, wenn die Verschlüsse am Behälter befestigt sind.

Bald mehr Plastik als Fisch in den Meeren?

Nicht ordnungsgemäß entsorgter Müll landet meistens im Meer. Experten gehen von jährlich rund acht Millionen Tonnen aus. Laut EU-Kommission bestehen 85 Prozent des Mülls in den Meeren aus Plastik. Die Hälfte davon sind demnach Einwegprodukte, ein Viertel stammt von Fischern. Das führt auch zu Umweltschäden.

Die EU Kommission hofft, dass durch das Verbot, diese Schäden vermieden werden. Verbraucher könnten bis zu 6,5 Milliarden Euro sparen, so die Hoffnung in Brüssel. Wenn die Maßnahmen zur Plastikvermeidung aber nicht greifen, befürchten Experten, dass es 2050 sogar mehr Plastik als Fisch in den Weltmeeren geben könnte.

85 Prozent des Mülls in den Meeren ist aus Plastik

Müll im Meer ist ein globales Problem. Doch einer sollte eben damit anfangen, so die Motivation der EU. In Brüssel hofft man deshalb auf einen Effekt durch ein gutes Vorbild: Das Plastikgabel-Verbot der EU soll Signalwirkung haben. Und zwar für Unternehmen. Hersteller könnten dem Plastikgabel-Verbot weltweit Beachtung schenken.