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Kadaver: Schweinepest-Verdachtsfall in Brandenburg | BR24

© pa/dpa/Jens Büttner

Kadaver: Schweinepest-Verdachtsfall in Brandenburg

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    Kadaver: Schweinepest-Verdachtsfall in Brandenburg

    In Deutschland gibt es einen Verdachtsfall der Afrikanischen Schweinepest. Ein verdächtiger Wildschwein-Kadaver aus Brandenburg wird im Friedrich-Loeffler-Institut virologisch untersucht.

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    In Brandenburg gibt es einen amtlichen Verdacht auf die Afrikanische Schweinepest. Das teilte das Bundeslandwirtschaftsministerium mit. Ein Wildschwein-Kadaver sei wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze im Spree-Neiße-Kreis gefunden worden. Eine Probe des toten Tieres werde jetzt im Friedrich-Loeffler-Institut virologisch untersucht. Bundesministerin Julia Klöckner werde am Donnerstag über das Ergebnis informieren.

    Krisenzentren bereiten Maßnahmen vor

    Der Sprecher des Verbraucherschutzministeriums Brandenburg sagte: "Wir haben heute einen amtlichen Verdachtsfall für Afrikanische Schweinepest festgestellt." Erst wenn das nationale Referenzlabor den Verdacht ebenfalls bestätige, könne von einem Ausbruch gesprochen werden. Das Landeskrisenzentrum und die kommunalen Krisenzentren seien aktiviert. Erste Maßnahmen zum Schutz würden vorbereitet.

    Die Afrikanische Schweinepest ASP ist eine schwere Virusinfektion. Es gibt weder Impfung noch Therapie, infizierte Haus- und Wildschweine verenden in der Regel. Das Virus ist widerstandsfähig und lange ansteckend. In Rohwurst, Schinken und Gefrierfleisch kann sich der Erreger Monate bis sogar Jahre halten. Für Menschen stellt das Virus keine Gefahr dar, für Wild- und Hausschweine sind die Viren aber meist tödlich.

    Gravierende wirtschaftliche Folgen

    Ein Ausbruch der Schweinepest hierzulande hätte gravierende wirtschaftliche Folgen. Drittländer wie China würden in einem solchen Fall ihre Schweinefleisch-Importe stoppen, weil Deutschland dann nicht mehr den Status "seuchenfrei" hätte. Auf Höfen mit ASP müssten die Hausschweine gekeult, also getötet werden. Dafür bekämen die Hofbesitzer eine Entschädigung von der Tierseuchenkasse. Anders sähe es allerdings für Schweinebauern aus, deren Betrieb lediglich im vorgeschriebenen Sperrbezirk liegt. Sie könnten ihre schlachtreifen Tiere nicht verkaufen und bekämen auch kein Geld von der Tierseuchenkasse.

    Die Tierseuche wurde aus Afrika eingeschleppt und breitet sich seit einigen Jahren über Russland und das Baltikum in Richtung Westeuropa aus. Tschechien hatte im Sommer 2017 einige Fälle, gilt aber seit gut einem Jahr wieder als ASP-frei. Im Dreiländereck Frankreich-Luxemburg-Belgien wurden im Herbst 2018 infizierte Wildschweine gefunden, den belgischen Behörden gelang es aber bisher, ein Ausbreiten zu verhindern.

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