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Junge Saudi-Araberin darf vorerst in Thailand bleiben | BR24

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Die Saudi-Araberin Rahaf Mohammed Al-Kunun ist in Thailand mit einem Einspruch gegen ihre Ausweisung in ihr Heimatland gescheitert. Das teilte die Menschenrechtsanwältin Nadthasiri Bergman am Montag mit. Die Ablehnung soll nun angefochten werden.

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Junge Saudi-Araberin darf vorerst in Thailand bleiben

Die Behörden in Thailand werden die 18-jährige Saudi-Araberin Rahaf Mohammed al-Kunun nach eigenen Angaben nun doch nicht zur Ausreise zwingen. Die junge Frau war vor ihrer Familie geflüchtet und fürchtet bei einer Rückkehr um ihr Leben.

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Trotz Protesten von Menschenrechtlern und internationaler Sorgen wollte Thailand die 18-jährige Rahaf Mohammed al-Kunun aus Saudi-Arabien zunächst zu ihrer Familie zurückschicken. Die junge Frau war auf dem Flughafen von Bangkok an der Weiterreise nach Australien gehindert worden, wo sie nach eigenen Angaben aus Sorge um ihr persönliches Schicksal einen Asylantrag stellen will.

Thailändische Behörden lassen al-Kunun vorerst bleiben

Nach Angaben der thailändischen Einwanderungsbehörde vom Montag soll sie nun aber nicht zu einer Ausreise gezwungen werden. "Wenn sie nicht ausreisen will, werden wir sie nicht zwingen", sagte der Chef der thailändischen Einwanderungsbehörde, Surachate Hakparn, am Montag bei einer Pressekonferenz am Flughafen in Bangkok. Er kündigte zudem ein Treffen von Mitarbeitern des UN-Flüchtlingshilfswerks mit der jungen Frau an, die in ihrem Heimatland um ihr Leben fürchtet.

An der Weiterreise nach Australien gehindert

Die Saudi-Araberin war nach Angaben der Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch (HRW) am Samstag auf dem Flughafen der thailändischen Hauptstadt gelandet. Sie kam mit einer Maschine der Kuwait Airways aus Kuwait und wollte weiter nach Australien. Für die Einreise hatte sie ihren eigenen Angaben zufolge bereits ein Visum der australischen Behörden. Dann sei jedoch ihr Reisepass von einem Mitarbeiter der saudischen Botschaft in Bangkok beschlagnahmt worden.

Einspruch gegen Ausweisung gescheitert

Wie die Menschenrechtsanwältin Nadthasiri Bergman am Montag mitteilte, ist die junge Frau mit einem Einspruch gegen ihre Ausweisung in ihr Heimatland gescheitert. Die Anwältin kündigte an, die Ablehnung anzufechten.

Flucht vor Missbrauch in der Familie

Die junge Frau will nach eigenen Angaben weg aus Saudi-Arabien, weil sie von männlichen Angehörigen ihrer eigenen Familie geschlagen wird. Angeblich wurde sie ein halbes Jahr lang in ihr Zimmer eingesperrt, weil sie sich die Haare geschnitten hatte. Zudem soll sie mit dem Tod bedroht worden sein. Während eines Aufenthalts mit der Familie in Kuwait sei ihr die Flucht gelungen. Auf Twitter schrieb sie, sollte sie unter Druck saudischer Behörden zur Rückkehr zu ihrer Familie gezwungen werden, würde das sie in "echte Gefahr" bringen.

HRW hatte die Behörden aufgefordert, die 18-Jährige nach Australien weiterreisen zu lassen oder ihr in Thailand Flüchtlingsstatus zu gewähren. Laut eines Sprechers der Einwanderungsbehörde hat Al-Kunun kein Rückflug-Ticket und auch kein Geld. Die saudische Botschaft hätte angegeben, dass die junge Frau von zuhause weggelaufen ist. Ob der Pass eingezogen wurde, hätte die saudische Botschaft offen gelassen.

Deutsche Botschaft schaltete sich ein

Am Montagvormittag (Ortszeit) befand sich die Frau in einem Flughafenhotel. In einem im Internet veröffentlichten Video war zu sehen, wie sie sich in ihrem Zimmer mit Möbeln verbarrikadierte.

Sie bat auch die deutsche Botschaft in Bangkok um Hilfe. Der deutsche Botschafter Georg Schmidt erklärte auf Twitter: "Wir teilen die große Sorge um Rahaf Mohammed." Man stehe dazu auch in Verbindung mit den thailändischen Behörden.

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