Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

Julius Meinl: "Antisemitismus ist ein globales Problem" | BR24

© Bayern 2-radioWelt

Antisemitismus ist ein globales Problem, warnt Julius Meinl, Vize-Präsident des Jüdischen Weltkongresses.

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Julius Meinl: "Antisemitismus ist ein globales Problem"

Der Vize-Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Julius Meinl, warnte in der Bayern 2-radioWelt vor weltweiten antisemitischen Gewalttaten. Es gebe eine globale Bewegung aus Rechtsextremen, aus Linksextremen und islamistischen Fundamentalisten.

Per Mail sharen
Teilen

Der Vizepräsident des Jüdischen Weltkongresses (WJC), Julius Meinl, verwies auf die Gewalttat von Halle an der Saale: "Wir dürfen nicht vergessen, dass der Attentäter von Halle sein Streaming auf Englisch gemacht hat - und er hat sich damit nicht nur an die Deutschen gerichtet, sondern er hat sich an Gleichgesinnte auf der ganzen Welt gerichtet." Daher sei Antisemitismus ein globales Problem. Es gebe eine globale Bewegung, die aus Rechtsextremen, aber auch aus Linksextremen und islamistischen Fundamentalisten bestehe, sagte Meinl.

Der WJC-Vize bilanzierte nach der Tagung des Weltkongresses in München: "Es ist ja nicht nur hierzulande, dass man nach 70 Jahren denkt, die Lektionen noch nicht gelernt oder wieder vergessen zu haben, die wir uns so bemühten seit dem Krieg unserer Jugend vorzulegen."

Problembewusstsein ist Fortschritt

Meinl, der auch Antisemitismus-Beauftragter des Weltkongresses ist, machte weiter klar: "Ich denke, der Antisemitismus ist so alt wie die Menschheit. [...] Aber der große Unterschied ist, wir reden darüber." Laut Meinl sind wir uns heute dessen bewusst und das sei ein sehr großer Fortschritt. "Und deshalb bin ich sehr optimistisch, dass wir zumindest den ersten Schritt zur Bekämpfung gemacht haben."

Kritik am Staat Israel zurückgewiesen

Einen Zusammenhang zwischen dem Staat Israel und dem Antisemitismus sieht Meinl nicht: "Ich glaube, Israel hat relativ wenig damit zu tun." Antismitismus hätte es schon gegeben, als Theodor Herzl noch davon träumte, einen Staat Israel zu gründen. "Ich glaube, es wird immer eine Ausrede geben, Menschen zu Sündenböcken zu machen für die Probleme anderer." Zur Israel-Kritik sagte Meinl:

"Wenn man von Israel-Kritik spricht, so mag manche Kritik an gewissen Regierungsentscheidungen in Israel durchaus legitim sein. Nur, eine Kritik am israelischen Staat, bedeutet, das Wegnehmen des Rechts auf nationale Selbstbestimmung eines Volkes. Und das würden wir in unserer Definition als Antisemitismus sehen."