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Journalistenmord in Slowakei: Verdächtige festgenommen | BR24

© dpa/pa/Ronald Zak

Trauer um den getöteten Journalisten Jan Kuciak in Bratislava

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Journalistenmord in Slowakei: Verdächtige festgenommen

Im Mordfall Ján Kuciak hat es in der Slowakei Festnahmen gegeben. Die Polizei habe im Süden des Landes mehrere Verdächtige verhaftet, berichtete das slowakische Nachrichtenportal "Dennik N".

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Die Festgenommenen stünden unter dem Verdacht, den Mord an dem Investigativjournalisten und seiner Freundin Martina Kušnírová begangen oder unterstützt zu haben. Die slowakische Polizei bestätigte bei Facebook einen Einsatz wegen eines Gewaltverbrechens. Weitere Details würden wegen des noch laufenden Verfahrens vorerst nicht veröffentlicht.

Kuciak recherchierte Verbindungen zwischen Regierung und Mafia

Kuciak und seine Verlobte waren am 25. Februar in ihrem Haus in Velkej Maci im Westen der Slowakei tot aufgefunden worden. Das Paar war vier Tage zuvor erschossen worden. Der Reporter des Nachrichtenportals "Aktuality.sk" hatte zuletzt zu Verstrickungen zwischen slowakischen Politikern und der italienischen Mafia recherchiert. Er hatte sich auf die Themen Korruption und Steuerhinterziehung spezialisiert. Vor einem Monat hatte die Organisation "Reporter ohne Grenzen" mangelnde Fortschritte bei den Ermittlungen kritisiert.

Proteste und Regierungskrise nach Mord an Kuciak

Die Ermordung des 27-jährigen Journalisten hatte in dem osteuropäischen Land massive Proteste ausgelöst. Es kam zu einer Regierungskrise, die unter anderem zum Rücktritt von Ministerpräsident Robert Fico führte.

Halbherzige Ermittlungen auch nach Journalistenmord in Malta

Der Fall Kuciak war bereits der zweite Journalistenmord in einem EU-Mitgliedsstaat innerhalb weniger Monate. Im Oktober 2017 war die maltesische Reporterin Daphne Caruana Galizia bei einem Autobombenanschlag getötet worden. Auch in diesem Fall werfen Kritiker den maltesischen Behörden vor, nur halbherzig zu ermitteln.