Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

Josef Schuster: Früher auf Antisemitismus reagieren | BR24

© BR

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland sieht im Ratschlag, dass Juden ihre Kippa nicht überall öffentlich tragen sollten, keine Kapitulation vor dem Antisemitismus. "Ich freue mich, dass die Problematik erkannt wird", sagt er.

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Josef Schuster: Früher auf Antisemitismus reagieren

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland sieht im Ratschlag, dass Juden ihre Kippa nicht überall öffentlich tragen sollten, keine Kapitulation vor dem Antisemitismus. "Ich freue mich, dass die Problematik erkannt wird", sagte Schuster.

Per Mail sharen
Teilen

Felix Klein, der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, hatte Juden am Wochenende dazu geraten, ihre Kippa nicht überall in Deutschland öffentlich zu zeigen.

"Ich freue mich, dass von staatlicher Seite, von Seite der Bundesregierung, die Problematik zum einen erkannt, angenommen wird und ich hoffe, dass jetzt auch Strategien entwickelt werden, die auch Juden mit Kippa überall und jederzeit die Möglichkeit geben, sich frei zu bewegen." Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden, im radioWelt-Interview auf Bayern 2.

Wenn es Gruppierungen gebe, die den gesellschaftlichen Konsens in Deutschland hinterfragen, "nämlich Religionsfreiheit für alle", müsse man klar dagegen argumentieren, so Schuster.

Große Rolle von Schule und Elternhaus

Bei Menschen mit gefestigtem Weltbild, sei aber auch der Rechtsstaat gefordert, "dass antisemitische Handlungen, Straftatbestände auch mit der Konsequenz und Härte des Gesetzes geahndet werden". Entscheidend seien aber Schule und Elternhaus, betonte Schuster.

"Kein Mensch, kein Kind, kein Jugendlicher wird als rechtsextrem oder als Antisemit geborgen. Es muss irgendwo im Laufe des frühen Lebens zu einer Prägung kommen."

Schuster fordert deshalb eine bessere Aus- und Fortbildung von Lehrern, damit sie sich "adäquat artikulieren und adäquat handeln können", wenn sie mit dem Thema konfrontiert werden.

Kippa als Zeichen der Solidarität

Den Aufruf des Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung, Felix Klein, an die Bundesbürger, am kommenden Samstag aus Solidarität eine Kippa zu tragen, wird von Schuster unterstützt.

"Ich denke, er möchte damit als Symbolkraft die Solidarität der nicht-jüdischen Mehrheitsgesellschaft zum Ausdruck bringen. Ich glaube, das ist ein Zeichen, das gut ist."

Dies könne möglicherweise dem ein oder anderen die Augen öffnen, betonte Josef Schuster in der radioWelt.