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Johnson wirft Labour Partei Stalin-Methoden vor | BR24

© Jacob King/dpa-Bildfunk

Premier Johnson provoziert die Labour Partei

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    Johnson wirft Labour Partei Stalin-Methoden vor

    In Großbritannien hat mit scharfen Worten von Premierminister Johnson der Wahlkampf für die vorgezogene Neuwahl begonnen. Labour wolle die Wirtschaft zerstören, so Johnson. Gleichzeitig versprach er den Brexit für Januar 2020.

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    Der britische Premier Boris Johnson läutet mit deftiger Rhetorik den Wahlkampf seiner Konservativen Partei ein. Besonders den Chef von Labour, Jeremy Corbyn, griff er an. Johnson unterstellte den britischen Sozialdemokraten, sie seien bereit, die Grundlage des britischen Wohlstands zu zerstören. Das schrieb er in einem Artikel für die Tageszeitung "The Telegraph“. Am 12. Dezember wählen die Briten ein neues Parlament.

    Labour zeige mit Rachsucht auf Menschen

    Labour griff er mit den Worten an: "Sie geben vor, dass Ihr Hass nur gewissen Milliardären gilt und zeigen mit einer Freude und Rachsucht auf Menschen, die seit der Verfolgung der Kulaken durch Stalin nicht zu sehen war". Als Kulaken bezeichnete die stalinistische Propaganda Bauern, die landwirtschaftliches Eigentum besaßen oder Knechte beschäftigten. Das sowjetische Regime enteignete viele Kulaken oder tötet sie. Corbyn entgegnete auf Twitter: "Das ist der Schwachsinn, den die Superreichen raushauen, um ein bisschen mehr Steuern zu vermeiden."

    Hintergrund für Johnsons Angriff könnte die Absicht von Labour sein, Steuern für Wohlhabende und Unternehmen zu erhöhen. Besonders umstritten ist der Plan, dass Firmen mit mehr als 250 Beschäftigten zehn Prozent der Firmenanteile an einen Fonds abgeben müssten. Der Fonds würde von den Beschäftigten überwacht werden und zahlt diesen jährlich eine Dividende aus.

    Johnson denke, Politik sei ein Spiel

    "Niemand wolle eine Abstimmung im Dezember, aber wir haben einen Punkt erreicht, an dem wir keine Wahl haben“, sagte der Premier zur vorgeschobenen Parlamentswahl. Der Brexit solle nun im Januar vollzogen werden, vorausgesetzt Johnson bleibt auch nach der Wahl Premierminister. Die Mitglieder des Unterhauses hätten sich immer wieder geweigert, den bisherigen Brexitplänen zuzustimmen, so Johnson. Falls Corbyn der nächste Regierungschef werde, würde er "nicht diese Art Politik verfolgen, die denkt, das sei alles ein Spiel, ein Gesellschaftsspiel, ein Spiel im Debattierclub“. Er bezog sich damit wohl auf die elitäre Ausbildung Johnson. Dieser besuchte das berühmte Internat Eton, dem elitäre Abgehobenheit vorgeworfen wurde.

    Giftanschlag auf Skripal kocht wieder hoch

    Johnson kam auch auf ein Ereignis im letzten Jahr zu sprechen, das in Europa für Entsetzen sorgte. Im März 2018 wurden der ehemalige russische Agent Sergej Skripal und seine Tochter in Salisbury durch einen Angriff mit Nervengift schwer verletzt. Johnson unterstellt Corbyn, er habe den russischen Präsidenten Wladimir Putin in Schutz genommen. Johnson war damals Außenminister und machte Putin persönlich für die Giftattacke verantwortlich. Skripals Tochter hat den Anschlag auf jeden Fall überlebt. Schon in der Vergangenheit verglich Johnson die Erweiterungspläne der EU mit dem Machtstreben von Adolf Hitler und den Kontrahenten Corbyn mit einem "widderköpfigen alten Häuptling".