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Johnson gewinnt zweites TV-Duell gegen Corbyn knapp | BR24

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Vor der britischen Parlamentswahl am 12. Dezember trafen Großbritanniens Premier Johnson und Labour-Chef Corbyn bei einem TV-Duell aufeinander. Johnson pries die Vorteile des Brexits an, Corbyn warnte vor einem Austritt ohne neue Handelsabkommen.

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Johnson gewinnt zweites TV-Duell gegen Corbyn knapp

Zwei Kandidaten, ein Moderator, etwa 100 Gäste im Publikum: Das war das Setting am Freitagabend. Beim letzten TV-Duell zwischen Boris Johnson und Jeremy Corbyn vor der Wahl kommenden Donnerstag war zu spüren, dass der Wahlkampf in die Endphase geht.

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Im zweiten TV-Duell zwischen Premierminister Boris Johnson und dem Vorsitzenden der Labor-Party, Jeremy Corbyn war der Ton rauer und der Schlagabtausch härter als zuvor. Eine der ersten Fragen aus dem Publikum lautete, welche Vorteile der Brexit bringen würde. Boris Johnson erklärte daraufhin, dass Großbritannien dann keinen EU-Regeln mehr unterworfen sei.

"Der andere große Vorteil ist natürlich, dass wir die Kontrolle über viel Geld zurückgewinnen, das wir sonst an die EU schicken würden."

Zudem könne man die Einwanderung kontrollieren. Das sei nicht unwichtig. Er, so Johnson, glaube an die Immigration von begabten Leuten. Das sei fantastisch, aber die Immigration müsse demokratisch kontrolliert werden.

Corbyn: Brexit gefährdet Jobs

Corbyn glaubt dagegen nicht an die großen Vorteile, die Boris Johnson aufzählt:

"Was er tun wird, ist: Er wird die Beziehung mit der EU beenden und dann wird er ganz ohne Beziehung dastehen.“

Corbyn verwies darauf, dass über die Hälfte des britischen Handels auf die EU entfalle. Wenn man da Barrieren errichte, werde das Jobs gefährden. Die Empfehlung des Premiers für ein Handelsabkommen mit den USA – wofür es nach deren Einschätzung mindestens sieben Jahre braucht, um es auszuhandeln – bedeute sieben Jahre der totalen Unsicherheit und des fortwährenden Stellenabbaus in der verarbeitenden Industrie. Johnson konterte, Corbyn wisse nach wie vor nicht, wie er zum Brexit stehe.

Dauerthema Gesundheitsversorgung

Danach ging es einmal mehr um die Gesundheitsversorgung in Großbritannien, ein Dauerthema. Labour-Chef Corbyn versprach erneut, massiv in den Gesundheitsdienst NHS zu investieren und ihn vor dem Zugriff von außen zu schützen. Der Vorwurf an Johnson: Er würde die Gesundheitsbranche für große US-Pharmakonzerne öffnen.

Johnson spricht von "Bermuda Dreieck- Zeug“

Johnson nennt das "Bermuda Dreieck- Zeug“, was so viel heißen soll wie: Das Unheil, über das Corbyn spricht, sei Blödsinn. Außerdem machte der Premier deutlich, dass aus seiner Sicht Corbyns Pläne für mehr Wohlfahrt und mehr soziale Absicherung nicht zu finanzieren seien.

"Labour beendet seine Regierungszeit immer mit einer wirtschaftlichen Krise. Corbyn und sein Schattenfinanzminister McDonnell würden ihre Amtszeit gleich mit einer wirtschaftlichen Krise beginnen.“

Tories in Meinungsumfragen im Schnitt 9 Prozent vorn

Das Meinungsforschungsinstitut YouGov kam nach der Sendung in einer Blitzumfrage zu dem Ergebnis, dass Boris Johnson die Debatte mit 52 Prozent knapp gewonnen hat. Jeremy Corbyn hat damit offenbar keine Wende für Labor im Wahlkampf geschafft. In Umfragen liegen Johnsons Tories derzeit deutlich vorn. Zuletzt waren es im Schnitt neun Prozentpunkte.