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Bildrechte: picture alliance/dpa | Wolfgang Kumm

Nach einer Produktionspanne muss Johnson & Johnson Millionen Corona-Impfdosen vernichten. Mehrere Chargen sind nach Auskunft der Arzneimittelbehörde FDA wegen möglichen Kontamination unbrauchbar. Betroffen seien eventuell 60 Millionen Impfdosen.

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Panne bei Johnson & Johnson: Millionen Impfdosen weniger

Eine Panne in einem US-Werk des Pharmaherstellers bringt den Nachschub an Corona-Impfstoff ins Stocken. Für Deutschland bedeutet das: Johnson & Johnson liefert erstmal 6,5 Millionen Dosen weniger als ursprünglich geplant.

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  • BR24 Redaktion

Nach einer Panne in einem Impfstoff-Werk in den USA muss Deutschland auf einen Großteil der vom Hersteller Johnson & Johnson zugesagten Lieferungen vorerst verzichten. Nach Angaben aus dem Bundesgesundheitsministerium wird das Pharmaunternehmen für das laufende Quartal nach neuestem Stand etwa 6,5 Millionen Impfdosen weniger liefern als geplant.

Eine Ministeriumssprecherin nannte den Umstand "bedauerlich", denn jede Impfdosis zähle. Man erwarte daher von Johnson & Johnson, dass diese Menge im Juli schnellstmöglich nachgeliefert wird. Ursprünglich sollten im laufenden Quartal nach der Anfang Juni vom Gesundheitsministerium veröffentlichten Lieferprognose 10,1 Millionen Dosen des J&J-Impfstoffs in Deutschland eintreffen.

Chargen womöglich verschmutzt

Eine Panne in einem Werk in Baltimore hatte aber zu erheblichen Lieferschwierigkeiten geführt. Mehrere Chargen im Umfang von jeweils mehreren Millionen Dosen seien wegen einer möglichen Kontamination unbrauchbar, teilte die Arzneimittelbehörde FDA am Freitag mit.

Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf informierte Kreise, dass 60 Millionen Impfdosen betroffen seien. Kanada kündigte einen Ausliefer-Stopp für 300.000 betroffene Impfdosen und eine Inspektion des Werks an.

Inhaltsstoffe vertauscht?

Die Firma Emergent BioSolutions, die in einem Werk in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland das Corona-Vakzin für J&J herstellt, hatte die Produktion im April auf Anordnung der FDA eingestellt, nachdem die Inhaltsstoffe des Präparats aus Versehen mit denen des Vakzins von Astrazeneca vertauscht worden waren.

Derzeit wird noch geprüft, ob 60 Millionen Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs, die in Baltimore produziert wurden, den Qualitätsvorgaben entsprechen. Für zehn Millionen Dosen des Vakzins von Johnson & Johnson erteilte die FDA die Freigabe.

J&J-Impfstoff seit März in EU zugelassen

Der Impfstoff von J&J, der zunächst ausschließlich in den Niederlanden produziert worden war, hatte in den USA Ende Februar eine Notfallzulassung erhalten. Mitte März wurde das Vakzin dann auch in der EU genehmigt. Im Gegensatz zu den anderen bisher zugelassenen Corona-Impfstoffen ist bei dem Vakzin von Johnson & Johnson nur eine Impfspritze für einen umfassenden Schutz nötig.

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