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Biden und Merkel bei der Münchner Sicherheitskonferenz | BR24

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US-Präsident Joe Biden nimmt als erster amtierender US-Präsident an der Münchner Sicherheitskonferenz teil, per Videoschalte. Nach vier Jahren Trump hoffen viele auf ein Signal des Aufbruchs von Joe Biden.

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Biden und Merkel bei der Münchner Sicherheitskonferenz

Kein Publikum im Saal, kein Gedränge in den Gängen, keine vertraulichen Gespräche im Hinterzimmer - die Sicherheitskonferenz unter Corona-Bedingungen. Aber die Redner sind umso prominenter. US-Präsident Biden und Kanzlerin Merkel werden zugeschaltet.

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Von
  • Ralf Borchard
  • Michael Küster

Dass Joe Biden die Münchner Sicherheitskonferenz für seine erste Rede an ein europäisches Publikum nutzt, ist nach den Worten von Konferenzleiter Wolfgang Ischinger ein Signal: "Ich denke, das Signal lautet: Ich zähle auf Deutschland. Für mich, Biden, sind die Partner, die Allianzen, wichtig. Darauf baue ich meine Außenpolitik auf. Es ist also eine Aufforderung an Deutschland, ein kleines bisschen mehr zu tun als bisher, sich nicht zu verstecken."

Konfliktthemen von Afghanistan über China bis Russland

Ischinger erwartet, dass Biden in seiner gut 15-minütigen Rede gerade die Konfliktthemen anspricht: Erhöht Deutschland die Verteidigungsausgaben, um die USA zu entlasten? Ziehen die US-Truppen tatsächlich bald aus Afghanistan ab? Wie kann Iran wieder zur Kooperation beim Atomprogramm bewegt werden? Wie soll der Umgang mit China als strategischem Hauptkonkurrenten der USA aussehen? Wie ist der Konflikt um die deutsch-russische Gas-Pipeline Nord Stream 2 zu lösen?

Die Bundesregierung hält weiter an der Pipeline fest, Biden ist dagegen. Ischinger hält hier einen Kompromiss für möglich: "Es gibt immer einen Kompromiss. Können wir beispielsweise ein großes Paket schnüren, gemeinsam mit den USA, wo man dieses Nord Stream 2-Thema vielleicht einpackt in einen größeren Zusammenhang und eine gemeinsame Energie-Außenpolitik zimmert."

© picture alliance / Eventpress | Eventpress Stauffenberg

Prof. Dr. Wolfgang Ischinger, Leiter der Münchener Sicherheitskonferenz

Merkel im transatlantischen Rede-Duell

Direkt nach Bidens Rede wird Bundeskanzlerin Angela Merkel zugeschaltet – ihr voraussichtlich letzter Auftritt als Kanzlerin bei einer Münchner Sicherheitskonferenz. Wird Merkel den USA konkrete Zusagen machen oder sich von zu hohen Erwartungen an Deutschland abgrenzen? "Natürlich wird ihre Antwort, ihre Replik auch in den USA als die Replik Europas verstanden werden", erwartet Ischinger. "Das ist eine große Gelegenheit, aber auch eine gewisse Verantwortung. Und der Event ist natürlich zunächst und zuvörderst ein großartiger positiver Event: dass wir die Gelegenheit haben, eine Wiedergeburt, ein Wiedererstarken vertrauensvoller transatlantischer Zusammenarbeit zu pflegen."

Gelingt beim Klimaschutz neue Gemeinsamkeit?

Nach Merkel sprechen unter anderem der französische Präsident Emmanuel Macron, der britische Premier Boris Johnson und der US-Klimaschutzbeauftragte John Kerry. Dabei geht es auch darum, ob es beim Thema Corona-Impfstrategie neue Zusagen für internationale Zusammenarbeit gibt, und ob Europäer und Amerikaner gemeinsam neue Klimaschutzmaßnahmen auf den Weg bringen.

BR24Live ab 15.45 Uhr

BR24Live streamt die komplette Konferenz am Freitag, 19.2., ab 15.45 Uhr. Es kommentieren BR-Moderator Andreas Bachmann und der Politikwissenschaftler Prof. Christian Hacke. Zur Sendung geht's hier.

Interview mit Siko-Leiter Ischinger im B5 Thema des Tages

Das ganze Interview mit Siko-Leiter Ischinger können Sie hier nachhören.

© Ralf Borchard / BR

BR-Redakteur Ralf Borchard spricht im B5-Thema des Tages mit Wolfgang Ischinger, dem Chef der Münchener Sicherheitskonferenz

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