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Jetzt zahlt der Bund: Millionenhilfe für Kitas in Bayern | BR24

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Ein Junge, zwei Jahre, spielt mit einem Kaufmannsladen.

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Jetzt zahlt der Bund: Millionenhilfe für Kitas in Bayern

Mehr Geld für die Kitas: Der Bund beginnt damit, 5,5 Milliarden Euro aus dem "Gute-Kita-Gesetz" an die Länder zu zahlen. Das meldet das Finanzministerium. Rund 861 Millionen gehen an Bayern. Werden damit Erzieherinnen & Co. bald besser bezahlt?

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Der Freistaat Bayern hat nach dem Gute-Kita-Gesetz bis 2022 Anspruch auf Zuschüsse in Höhe von 861 Millionen Euro. Diese können dazu verwendet werden, den Ausbau der Kitas voranzutreiben und die Eltern der Kinder finanziell zu entlasten.

Bayerns Familienministerin Kerstin Schreyer (CSU) erklärte nach Unterzeichnung des Gute-Kita-Gesetzes im September, sie wolle das Geld vor allem für eine bessere Betreuungsqualität einsetzen. Ebenso soll damit aber die Senkung der Kita-Gebühren unterstützt werden, die bereits seit April läuft.

"Mir war besonders wichtig, dass wir auch in Qualität investieren können. Und wir werden einen Leitungs- und Verwaltungsbonus einführen, damit die guten Erzieher auch die Zeit für die Kinder haben und nicht so viel Zeit in der Verwaltung investieren. Wir werden zusätzliche Tagesmütter in Festanstellung ergänzen." Bayerns Familienministerin Kerstin Schreyer

Bessere Bezahlung für Erzieherinnen und Tagesmütter gefordert

Die neuen rund 2.000 festangestellten Tagesmütter sollen ständig fortgebildet werden, teilte Schreyer mit. Es gehe darum, Erzieherinnen und Kinderpfleger zu unterstützen. In Zukunft müssten alle aber spürbar höhere Löhne bekommen, sagte auch Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD).

"Es muss so sein, dass Erzieher auch vernünftig verdienen. Und das ist natürlich Sache der Länder. Wir als Bund können da nur unterstützen." Bundesfamilienministerin Franziska Giffey

München findet kaum Personal – Eltern finanziell entlastet

Die Stadt München zahlt schon jetzt seinen Erziehern 200 Euro Zulage – und hat es trotzdem schwer, genügend Personal zu finden. In der Landeshauptstadt profitieren immerhin die Eltern von der Gebührensenkung von 100 Euro pro Kind für alle drei Kindergartenjahre seit April: Im Gegensatz zu vielen Städten und Landkreisen liegen hier die Gebühren nun faktisch bei Null.

Kritik: Zu wenig Geld für Qualität in Kitas

Nach Ansicht der Bildungsforscherin Katharina Spieß vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und weiterer Experten ist dies der falsche Ansatz. Viele Bundesländer würden die Mittel des Bundes verwenden, um alle Familien von Gebühren zu entlasten, sagt Spieß. Sie verweist auf Umfragen, wonach Familien mit höheren Einkommen teilweise sogar bereit seien, noch mehr für eine Kita zu bezahlen als bisher. Diese Ressourcen hätten deshalb lieber in weitere Qualitätsmaßnahmen investiert werden sollen.

Kritik kommt auch vom Grünen-Sprecher für frühkindliche Bildung, Johannes Becher. Er fordert, der Freistaat solle die Mittel eher für das Personal verwenden, das endlich besser bezahlt werden müsse.

© BR

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