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Spahn: "Wir haben genug Impfstoff" | BR24

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Der Impfstart ist immer mehr zum Impfstreit geworden. Deshalb hat die Kanzlerin das Impfen zur Chefsache gemacht und zum Krisengipfel geladen.

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Spahn: "Wir haben genug Impfstoff"

Nach dem holprigen Start der Impfungen hat heute ein "Impfgipfel" im Kanzleramt stattgefunden. Dort sollte es auch darum gehen, wie Deutschland den hier produzierenden Firmen weiter helfen könnte, um Produktion, Logistik und Abläufe zu beschleunigen.

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Von
  • Barbara Kostolnik

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) lobte Bundeskanzlerin Angela Merkel: "Wir können froh sein, mit Angela Merkel eine so erfahrene Bundeskanzlerin in dieser Krise, in dieser Pandemie zu haben", sagte Spahn nach dem Impfgipfel in Berlin, an dem auch Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU), Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) teilgenommen haben.

Sich in einer Pandemie mit den wichtigsten Ministerien abzustimmen sei normal. Einen Vertrauensverlust der Kanzlerin in seine Fähigkeiten, die Krise zu meistern, wollte Spahn nicht sehen. "Wir arbeiten gut und vertrauensvoll zusammen".

Kritik am ruckeligen Impfstart

Vor allem aus der SPD hatte es nach dem Impfstart vergangenen Dezember viel Kritik gegeben, von Chaos und Dilettantismus war die Rede. Die Sozialdemokraten hatten dem Bundesgesundheitsministerium eine vierseitige Liste mit über 60 Fragen präsentiert, unter anderem dazu, warum die EU-Kommission nicht mehr Impfstoffdosen vorbestellt habe. Auch unionsintern murrten einige über den schleppenden Impfstart, öffentlich äußerte sich jedoch keiner.

Spahn selbst hatte im Vorfeld für Verständnis geworben und sagte auch heute wieder, der Impfstoff sei weltweit knapp, er verstehe die Menschen, aber er müsse um Geduld bitten.

Moderna-Impfstoff: erste Lieferungen nächste Woche

Nachdem die Europäische Arzneimittelbehörde empfohlen hat, Moderna-Impfstoffs zuzulassen, rechnet der Bundesgesundheitsminister im ersten Quartal dieses Jahres in Deutschland mit knapp zwei Millionen Dosen. Erste Lieferungen könnten nächste Woche eintreffen, sagte Spahn.

Insgesamt hat Deutschland bei Moderna über die Europäische Union gut 50 Millionen Dosen bestellt – zusammen mit dem bereits zugelassenen Biontech/Pfizer-Impfstoff bekommt Deutschland insgesamt mehr als 130 Millionen Impfdosen im Laufe dieses Jahres. Für den Bundesgesundheitsminister hat man "genug, mehr als genug Impfstoffe" bestellt. Spahn widersprach damit ein weiteres Mal Darstellungen aus den Bundesländern, wonach es an Impfstoff mangele.

In Deutschland über 367.000 Menschen geimpft

Bis zum Mittwochmittag sind in Deutschland nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 367.331 Menschen geimpft worden, mehr als ein Drittel davon in Pflegeheimen. Die höchste Impfquote weist Mecklenburg-Vorpommern auf, Schlusslicht ist Thüringen. Bayern liegt mit 6,3 Impfungen pro 1.000 Einwohnern an vierter Stelle.

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