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Der Frankfurter Virologe Stümer hat die Idee einer Ausweitung der Test-Pflichten bei der Einreise begrüßt.

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Regierung berät über erweiterte Testpflicht für Reiserückkehrer

Die Bundesregierung berät über erweiterte Testpflichten für Reiserückkehrer. Das Gesundheitsministerium plant Berichten zufolge, dass Rückkehrer einen negativen Corona-Test vorlegen müssen - egal, von wo sie nach Deutschland zurückkommen.

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  • BR24 Redaktion

Bisher gilt die Testpflicht nur für Flugpassagiere und Einreisende aus Hochrisikogebieten, die nicht vollständig gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Covid-19-Erkrankung genesen sind. Nach Informationen der Zeitungen der Funke Mediengruppe soll sie nun auf alle Reiserückkehrer ausgeweitet werden, gleichgültig, aus welchem Land und mit welchem Verkehrsmittel sie heimkehren. Das Gesundheitsministerium sei für "eine schnellstmögliche Ausweitung der Testpflichten bei Einreise", sagte eine Sprecherin dazu. Die Abstimmungen innerhalb der Regierung liefen.

Die Justizministerin sträubt sich

Minister Jens Spahn (CDU) hatte bereits in der vergangenen Woche deutlich gemacht, dass eine Ausweitung der Testpflicht aus seiner Sicht wie auch der des Bundesinnenministeriums sehr schnell kommen solle. Im Bundeskabinett sträubt sich bisher aber vor allem Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) gegen die Pläne des Gesundheitsministeriums. Sie hält die vorgesehene umfassende Testpflicht offenbar für unverhältnismäßig.

Ob sich die unionsgeführten Ressorts durchsetzen, könnte auch davon abhängen, ob es bei einer Schaltkonferenz der Unionsländer heute Nachmittag zu einer einheitlichen Positionierung zu der Thematik kommt.

Virologe begrüßt Spahns Pläne

Der Frankfurter Virologe Martin Stürmer begrüßte die Idee einer Ausweitung der Corona-Testpflicht für zurückkehrende Urlauber. "Wir sehen tatsächlich schon, dass Reiserückkehrer gehäuft dazu beitragen, Infektionen nach Deutschland zu bringen", sagte er im "Morgenmagazin" von ARD und ZDF. Das sei sicher auch darin begründet, dass bei Geimpften und Genesenen auf die Tests verzichtet werde, auch wenn sie aus Hochrisikogebieten kämen.

Ein solches Vorgehen nannte er "fahrlässig", weil bereits bekannt sei, dass sich auch Geimpfte mit der Delta-Variante anstecken könnten.

Rufe nach Verschärfungen wurden lauter

Angesichts steigender Corona-Neuinfektionen inmitten der Feriensaison hatten zuletzt Forderungen nach schärferen Regeln für Reiserückkehrer zugenommen. Der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Markus Söder hatte am Wochenende angemahnt, dass verschärfte Regelungen für Rückkehrer bundesweit einheitlich auf einer vorgezogenen Ministerpräsidentenkonferenz geregelt werden müssten.

Auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) verlangte schärfere Regeln für Reiserückkehrer, war dabei aber nicht so weit gegangen wie nun offenbar Spahn. "Schon bei der Rückkehr aus einem Risikogebiet sollten zwei Tests und eine Quarantäne bis zum zweiten Test verpflichtend sein", sagte sie dem "Handelsblatt". Ein Test bei der Rückkehr sei nicht aussagekräftig genug.

Spanien und Niederlande seit heute Hochinzidenzgebiete

Strengere Reise-Regeln gelten ab heute für Spanien und die Niederlande. Beide Länder sind seit Mitternacht wegen steigender Infektionszahlen als Corona-Hochinzidenzgebiete eingestuft. Damit gelten bei der Einreise von dort nach Deutschland zusätzliche Auflagen.

Wer aus einem Hochinzidenzgebiet nach Deutschland zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne, kann diese aber durch einen negativen Test nach fünf Tagen verkürzen. Kurz vor Inkrafttreten der neuen Einstufung Spaniens und der Niederlande hätten nur sehr wenige deutsche Touristen ihren Urlaub auf der spanischen Mittelmeerinsel Mallorca vorzeitig beendet, hieß es dort.

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