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Spahn will Corona-Teststrategie neu ausrichten

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Spahn will Corona-Teststrategie neu ausrichten

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat seine Vorstellungen über die künftige Teststrategie in der Corona-Krise mitgeteilt. Dabei hat er weniger die Reiserückkehrer im Blick. Morgen beraten Kanzlerin Merkel und die Länderchefs das weitere Vorgehen.

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  • BR24 Redaktion

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) setzt auf eine Rückkehr zur alten Corona-Teststrategie. Das machte er am Mittwochvormittag in Berlin deutlich - einen Tag, bevor Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sich mit den Ministerpräsidenten der Länder abstimmt.

Spahn will andere Schwerpunkte setzen

Bislang werden vor allem Reiserückkehrer getestet. Dies sei bisher auch sinnvoll, so Spahn. Mit dem Ende der Sommerferien in Bayern und Baden-Württemberg ändere sich aber die Lage. Reiserückkehrer sollten dann nicht mehr grundsätzlich getestet werden. Vorrang, so Spahn, hätten wieder Personen mit Symptomen sowie Menschen aus dem Gesundheitswesen.

Mit dieser Haltung gehe er morgen in die weiteren Verhandlungen von Bund und Ländern. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte bereits betont, dass es an den Tests für Reiserückkehrer festhalten will.

Durchschnittsalter sinkt

Spahn hält es für wichtig, dass die Laborkapazitäten nicht an ihre Grenzen kommen. Diese seien inzwischen aber verdoppelt worden - auf 1,2 Millionen Tests pro Woche bundesweit.

Der Gesundheitsminister verwies darauf, dass die Zahl der Infektionen in Deutschland steigt. Aktuell liege das vor allem an den Reiserückkehrern. Zugleich sinke das Durchschnittsalter der positiv Getesteten. Es betrage inzwischen 32 Jahre. Jetzt müsse verhindert werden, dass das Virus wieder verstärkt in Altenheime und Krankenhäuser getragen werde.

Quarantäne-Regeln sollen verschärft werden

Die Quarantäne für Rückkehrer aus Risikogebiet will Spahn stärker überprüfen lassen. Es gebe bereits jetzt stichprobenartige Kontrollen. "Diese sollen noch verstärkt werden," so der Minister. Als Maßnahme dazu habe das Bundeskabinett eine stärkere Digitalisierung beschlossen. Digitale Aussteigekarten etwa bei Flugreisen sollten dabei helfen, die Gesundheitsämter vor Ort zu entlasten.

Länderchefs und Kanzlerin Merkel beraten am Donnerstag

Die Ministerpräsidenten der Länder und Kanzlerin Angela Merkel wollen sich am Donnerstag in Berlin abstimmen. Im Mittelpunkt der Diskussion stehen etwa die sehr unterschiedlichen Regeln der Bundesländer zu den erlaubten Teilnehmer-Obergrenzen bei Veranstaltungen. Auch eine Überprüfung der Teststrategie nach dem Ende der Reisesaison steht auf der Tagesordnung stehen. Das Bundesgesundheitsministerium hat dazu seine Sicht der Dinge nun klar gestellt.

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