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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Bevölkerung gemahnt, angesichts steigender Corona-Zahlen Schutzmaßnahmen nicht zu vernachlässigen.

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    Spahn warnt vor Corona-Inzidenz von mehr als 800 im Herbst

    Gesundheitsminister Jens Spahn hat vor einem drastischen Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland gewarnt. Im Oktober könne die Marke von 800 überschritten werden. Jetzt im Juli werde entschieden, wie die Situation im Herbst sein wird.

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    • BR24 Redaktion

    Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat an die Bevölkerung appelliert, angesichts steigender Corona-Zahlen Schutzmaßnahmen nicht zu vernachlässigen. Sollte sich der derzeitige Anstieg der Inzidenzwerte unverändert fortsetzen, würde die Sieben-Tage-Inzidenz bis September auf 400 und bis Oktober auf 800 steigen, sagte der CDU-Politiker in Berlin. Alle miteinander müssten sich die Frage stellen, "wollen wir das passieren lassen".

    Das Robert-Koch-Institut meldete am Mittwoch eine Sieben-Tage-Inzidenz von 11,4. Die Zahl gibt an, wie viele Menschen sich auf 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche neu anstecken.

    Momentan seien die Zahlen in Deutschland zwar noch "vergleichsweise niedrig", sagte der Minister. Der Inzidenzwert verdopple sich derzeit allerdings alle zehn bis zwölf Tage. Diese Entwicklung müsse zum Stillstand gebracht werden, andernfalls gäbe es erneut ein exponentielles Wachstum.

    Spahn mahnt: Corona-Zahlen niedrig halten

    Spahn wies darauf hin, wie wichtig es sei, Schulen und Kitas in einem Umfeld niedriger Ansteckungen zu öffnen. Er rief dazu auf, die bekannten Maßnahmen einzuhalten. "Es geht darum: Maske im Innenraum tragen; sich regelmäßig testen lassen. Wenn man noch nicht geimpft ist: Sich impfen lassen", sagte er.

    Der sogenannte R-Wert, der angibt, wie viele andere Menschen eine infizierte Person im Schnitt ansteckt, liege über dem kritischen Wert von eins, sagte Spahn. "Jetzt im Juli wird entschieden, wie die Situation im Herbst sein wird." Man müsse alles tun, um die Zahlen möglichst niedrig zu halten, etwa durch eine konsequente Nutzung der Schutzmasken.

    Beratungen über neue Inzidenz-Werte für Beschränkungen

    Mit den Ländern müsse beraten werden, ab welchen Inzidenz-Werten neue Beschränkungen greifen müssten. Spahn verwies darauf, dass man nicht auf die alten Grenzwerte zurückgreifen könne, weil durch die höhere Impfquote etwa die Zahl der Hospitalisierungen und Corona-Patienten auf Intensivstationen geringer sei als früher.

    Derzeit seien 75 Prozent der über 60-Jährigen vollständig geimpft, ein Viertel nicht. Es scheine so zu sein, dass "200 das neue 50 ist", sagte Spahn zu früheren Grenzwerten für Corona-Beschränkungen. Man dürfe aber nicht solange warten, bis hohe Zahlen wieder erreicht seien.

    Weil will Ministerpräsidentenkonferenz zu Corona vorziehen

    Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil will die nächste Ministerpräsidentenkonferenz zur Corona-Pandemie vorziehen. Angesichts steigender Infektionszahlen sprach sich der SPD-Politiker dafür aus, das für Ende August geplante Treffen der Bundesländer früher abzuhalten. Dies sei unter anderem notwendig, um die Frage nach einem geeigneten Maßstab zur Bewertung der pandemischen Lage jenseits der Sieben-Tages-Inzidenz zu beraten, sagte Weil der "Braunschweiger Zeitung".

    Zuletzt mehrten sich die Stimmen, dass neben der Inzidenz auch andere Parameter wie der Impffortschritt und die Krankenhausbelegung zur Bewertung der Corona-Situation berücksichtigt werden müssten.

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