BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: picture alliance/Michael Kappeler/dpa

Rückkehrer aus Risikogebieten müssen sich ab Samstag verpflichtend auf das Coronavirus testen lassen. Das hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn heute verkündet.

5
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten gilt ab Samstag

Einreisende aus Risikogebieten müssen sich ab Samstag auf Corona testen lassen. Das hat Gesundheitsminister Spahn angeordnet. Die Testpflicht kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Infektionszahlen in Deutschland eine kritische Marke gerissen haben.

5
Per Mail sharen
Von
  • Daniel Schmidthäussler

In Deutschland gilt ab diesem Samstag eine Corona-Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten. Das kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an. Er sagte, mit der Testpflicht für Rückkehrer aus Gebieten mit hohen Fallzahlen wolle man "auf Nummer sicher" gehen. Ihm sei bewusst, "dass das ein Eingriff in die Freiheit des Einzelnen ist." Es sei aber ein "zumutbarer Eingriff".

"Auf Nummer sicher gehen"

Die Verordnung sieht vor, dass Reiserückkehrer bei der Einreise ein negatives Testergebnis vorlegen müssen, das nicht älter als zwei Tage ist. Sollte das nicht möglich sein, kann eine Zwangstestung angeordnet werden. Das gilt sowohl für Einreisende am Flughafen als auch für diejenigen, die über den Landweg kommen. Sollte sich jemand weigern, könnten Bußgelder verhängt werden. Möglich seien Beträge bis zu 25.000 Euro. Dieser Rahmen müsste aber nicht ausgeschöpft werden. Spahn betonte, dass die Behörde vor Ort über die Verhältnismäßigkeit entscheiden müsste.

Spahn erinnerte auch an die weiterhin geltende Vorschrift, dass sich Rückkehrer aus Risikogebieten ohne Negativtest zwei Wochen in Quarantäne begeben müssen. Er wies darauf hin, dass, bis ein Test-Ergebnis vorliege, ebenfalls Quarantänepflicht gelte.

Quarantänepflicht gilt weiterhin

Bereits seit vergangenem Samstag können sich alle Einreisenden aus dem Ausland freiwillig und kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Jede bisher unentdeckte Infektion mache einen Unterschied, sagte Spahn. Er verteidigte es erneut, dass die Reisenden dafür nicht selbst zur Kasse gebeten werden sollen. Die Kosten für die Pflichttests werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, die laut Spahn über den Gesundheitsfonds für das Jahr 2020 bereits einen Zuschuss in Höhe von 3,5 Milliarden Euro erhalten haben.

Auf europäischer Ebene will sich Spahn nun dafür einsetzen, dass Personen aus Nicht-EU-Ländern ein negatives Testergebnis vorlegen müssen, bevor sie in die Europäische Union einreisen.

AHA-Regeln

Der Gesundheitsminister appellierte zudem an die Bürger, sich weiter an Abstands- und Hygieneregeln sowie die Maskenpflicht zu halten. Bei einigen setze Ermüdung ein. Es gebe das "trügerische Gefühl", es sei alles nicht so schlimm gewesen, sagte Spahn und betonte: "Die Pandemie ist noch da und sie geht weiter." Der Minister äußerte sich besorgt über den aktuellen Anstieg der Infektionszahlen.

Kritische Grenze bei Corona-Neuinfektionen erreicht

1.045 neue Corona-Fälle hat das Robert Koch-Institut (RKI) gestern registriert. Damit steigt die Zahl der in Deutschland mit Sars-CoV-2 Infizierten auf über 213.000. Die Grenze von 1.000 an einem Tag gilt als kritisch. Laut RKI kann es bei mehr Infektionen für die Gesundheitsämter schwierig werden, die Infektionsketten nachzuverfolgen und damit das Virus unter Kontrolle zu halten. Insgesamt gelten gut 195.000 Menschen inzwischen als genesen. Die Zahl der akut Infizierten stieg auf fast 9.000 an.

Welche Länder gelten als Risikogebiete?

Als Risikogebiete eingestuft sind die meisten Staaten der Erde, darunter auch die USA oder Brasilien. In der EU hat das Robert Koch-Institut Luxemburg, die belgische Region Antwerpen und einige Regionen Nordspaniens als Risikogebiet ausgewiesen, ebenso mehrere europäische Staaten außerhalb der EU, darunter auch die Türkei. Eine fortlaufend aktualisierte Liste dieser Gebiete wird auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts veröffentlicht.

Das Bundesgesundheitsministerium entscheidet gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt und dem Bundesinnenministerium, welche Länder und Regionen als Risikogebiet gelten. Zentrales Kriterium ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!