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Impfung (Symbolbild).

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    Spahn rechnet mit Corona-Massenimpfungen bis zum Sommer 2021

    Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet mit Massenimpfungen gegen das Coronavirus bis zum Sommer kommenden Jahres. Auch Kanzlerin Merkel sieht Licht am Ende des Tunnels.

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    • BR24 Redaktion

    Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet mit Massenimpfungen gegen das Coronavirus bis zum Sommer kommenden Jahres. "Stand heute bin ich sehr optimistisch, dass es spätestens im Sommer Massenimpfungen geben wird", sagte Spahn dem Nachrichtenportal "T-Online". Nach derzeitigem Wissensstand gehe er davon aus, dass "wir im Sommer auch flächendeckend in den Arztpraxen impfen können."

    Voraussichtlich fünf Impfstoffe im Einsatz

    Insgesamt gebe es fünf Kandidaten, "die mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit bis zur Jahresmitte zugelassen werden: Neben den Produkten von Biontech und Moderna auch die von Curevac, Astra Zeneca und Johnson & Johnson", so die Einschätzung Spahns. Auf die Frage, ob Deutschland im nächsten Herbst 2021 mit dem Gröbsten durch sei, antwortete Spahn: "Wenn möglichst viele das Impfangebot wahrnehmen: ja." Millionen Menschen könnten allerdings bereits im Frühjahr durch Impfungen immunisiert sein, sagte Spahn.

    Das Neueste zur Corona-Pandemie finden Sie hier.

    Merkel sieht "Licht am Ende des Tunnels"

    Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hofft auf einen Sieg über das Coronavirus durch die bald erwarteten Impfungen. Eine Sache von wenigen Monaten sei das allerdings nicht, sagte Merkel in ihrem am Samstag veröffentlichten Video-Podcast. "Nach mehr als einem Dreivierteljahr der Pandemie sehen wir mittlerweile ja Licht am Ende des Tunnels", sagte die Kanzlerin. Es bestehe die Hoffnung, dass schon sehr bald ein oder mehrere Impfstoffe zur Verfügung stünden. "Dann können wir Schritt für Schritt das Virus besiegen."

    Spahn: Erste Impfungen zum Jahreswechsel

    Wegen Verzögerungen beim Aufbau der Lieferkette beim Impfstoff des deutschen Unternehmens Biontech und des US-Pharmakonzerns Pfizer gibt es in den ersten Wochen weniger Impfdosen als gedacht, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte. Wenn die Zulassung erfolge, sei aber mit ersten Impfungen in Deutschland mit dem Jahreswechsel zu rechnen. Russland beginnt bereits jetzt mit Impfungen.

    Stiftung Patientenschutz: weniger schwere Krankheitsverläufe, weniger Tote

    Die Deutsche Stiftung Patientenschutz warnte derweil vor trügerischen Hoffnungen auf einen Sieg über das Virus durch die Impfungen. "Es ist wichtig, dass sich möglichst viele Menschen impfen lassen", sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur. Chancen und Ziele der Impfungen seien klar: Deutlich weniger schwere Krankheitsverläufe und weniger Menschen, die an und mit dem Virus sterben. Doch er warnte auch vor Vereinfachungen in der Impfkampagne. Denn schon die Botschaft "Wer geimpft ist, kann nicht an Covid-19 erkranken und ist immun" stimme nicht, so Brysch. "Die Seren helfen, die Erkrankung Covid-19 zu mildern. Ob Impfungen die Infektion verhindern können, ist jedoch unsicher", sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der Nachrichtenagentur AFP.

    Keine falschen Hoffnungen wecken

    Deshalb sei es "gefährlich, den Eindruck zu erwecken, dass Impfungen vor dem Virus umfassend schützen". Die Bundesregierung und insbesondere Gesundheitsminister Spahn sollten sich "davor hüten, solche einfachen Bilder zu nutzen, um die Impfbereitschaft zu steigern", sagte Brysch. "Solche Vereinfachungen treiben die Menschen in die Fänge der Corona-Leugner. Das wäre negativ für die dringend notwendige Impfbereitschaft.

    Risikogruppen zuerst impfen

    Die Koalition hatte per Gesetz festgelegt, dass die Bundesregierung durch Verordnung die Regeln für die Corona-Impfung aufstellen kann. Risikogruppen, also Ältere und Kranke, Beschäftigte im Gesundheitsdienst und in zentralen Bereichen der Daseinsvorsorge werden bei diesem Gesetz herausgehoben genannt. Eine feinere Bestimmung dieser Priorisierung hatten der Deutschen Ethikrat, die Nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina und die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (RKI) für die Zeit bis zum Jahresende angekündigt.

    Bundeswehr soll beim Impfen helfen

    Bei der Impfkampagne soll die Bundeswehr das zivile Gesundheitssystem unterstützen. Der Sanitätsdienst der Bundeswehr plant bundesweit mit bis zu 26 Impfstationen, die von jeweils 20 bis 25 Soldaten betrieben werden sollen. "Unter idealen Bedingungen würden wir es so schaffen, circa 18.000 Menschen pro Tag in Deutschland zu impfen", sagte der zuständige Generalarzt Johannes Backus der "Bild am Sonntag".

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