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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Michael Kappeler

Im BR24Live informieren Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und RKI-Präsident Lothar Wieler über die Strategie zur Stärkung der Betriebsärzte und der Impfkampagne und berichten über die aktuelle Corona-Lage.

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Spahn: Jeder Zweite in Deutschland mindestens einmal geimpft

Laut Gesundheitsminister Spahn haben 50,1 Prozent der deutschen Bevölkerung ihre erste Corona-Impfung erhalten. Fast jeder Dritte in Deutschland sei vollständig gegen Covid-19 geschützt. Wegen der Delta-Variante sei aber weiter Vorsicht geboten.

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Von
  • Claudia Kühle

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist mit der Entwicklung der Impfkampagne zufrieden: Mit 50,1 Prozent sei mittlerweile mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland mindestens einmal gegen Covid-19 geimpft. Das entspreche 41,5 Millionen Menschen, so Spahn auf dem wöchentlichen Corona-Briefing in Berlin. 29,6 Prozent hätten mit der Zweitimpfung bereits den vollen Schutz - fast jeder Dritte in Deutschland.

Spahn: "Meilensteine für Deutschland"

Der Stand der Erst- und Zweitimpfungen seien "zwei Meilensteine für Deutschland", betonte der CDU-Politiker. Zuversichtlich mache ihn auch die Perspektive für die kommenden Wochen: Es seien so viele Impfstofflieferungen zu erwarten, dass tatsächlich bis Ende Juli auch alle weiteren Impfwilligen ein Angebot bekämen.

Der Gesundheitsminister hob vor allem die Rolle der Betriebsärzte hervor: Sie holten die Menschen an ihrem Arbeitsplatz, in ihrem Alltag ab. So könne keiner mehr behaupten, dass ihm die Impfung zu aufwendig sei, so Spahn.

Sorge vor Delta-Variante

Trotz der voranschreitenden Impfkampagne warnten Gesundheitsminister Spahn und auch RKI-Chef Lothar Wieler davor, die Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus zu früh zu lockern. Die Delta-Variante breite sich in Deutschland aus. Noch auf niedrigem Niveau - aber schnell, insbesondere in den vergangenen beiden Wochen.

Negativ-Beispiel sei das Vereinigte Königreich: Dort treffe die Delta-Variante vor allem Jüngere und Nicht-Geimpfte - und Personen, die erst eine Impfung erhalten hätten. Die Impfstoffe von Biontech und Astrazeneca schützten zwar auch bei der Delta-Variante sehr gut, aber nur bei vollständiger Impfung.

Dominanz der Mutante ist nicht aufzuhalten

Die Frage sei nicht, ob die Variante die dominierende werde, sondern nur wann und unter welchen Bedingungen, betonte Gesundheitsminister Spahn. Die Delta-Variante ist laut Spahn derzeit für rund sechs Prozent der Ansteckungen verantwortlich. Noch verbreite sie sich auf niedrigem Niveau, das aber besonders schnell. Das könne die derzeitigen Erfolge bei der Pandemie-Bekämpfung wieder in Frage stellen. Um die Ausbreitung exakt zu erfassen, würden alle Positiv-Testungen daraufhin untersucht, auf welche Virus-Variante sie zurückgehen, erklärte Spahn.

Auch RKI-Chef Wieler sagte, es sei nicht die Frage, ob sich die Delta-Variante in Deutschland ausbreite, sondern wie rasch das geschehe. Auch wenn bereits die Hälfte der deutschen Bevölkerung einmal geimpft sei: Die restlichen Menschen seien immer noch nicht geschützt, sagte Wieler mit Blick auf Erkenntnisse aus Großbritannien, wonach nur vollständig geimpfte Menschen vor schweren Verläufen nach einer Infektion mit der Delta-Variante geschützt sind. Eine einmalige Impfung reiche nicht.

Wieler: AHA-Regeln weiter einhalten

Wie es in Deutschland weitergehe, hänge entscheidend vom Impffortschritt ab und davon, "wie wir uns verhalten", sagte Wieler und warb darum, auch bei niedrigen Inzidenzen und über den ganzen Sommer die AHA-Regeln einzuhalten.

In Innenräumen, im öffentlichen Verkehr, am Arbeitsplatz und auch in den Schulen sollten weiterhin die Masken getragen werden, empfahl Wieler. Es komme weiter entscheidend darauf an, die Infektionszahlen niedrig zu halten:

"Zu große Lockerungen werden dazu führen, dass die Virusverbreitung wieder zunimmt." Lothar Wieler, RKI-Chef

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