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Cover des Diabetes-Journal
© Bayerischer Rundfunk 2019
© Bayerischer Rundfunk 2019

Cover des Diabetes-Journal

Die Diabetes-Zahlen steigen, schneller als erwartet. In der München Klinik Schwabing sieht Professor Robert Ritzel die Entwicklung als Auftrag. Man wisse, dass jeder sechste Todesfall in unmittelbaren Zusammenhang mit Diabetes mellitus stehe, das heiße, man brauche auch Lösungen.

Isa Terwiesche ist vor acht Jahren an Diabetes Typ 2 erkrankt. Ihr ganzes Gefäßsystem muss jetzt regelmäßig auf Ablagerungen untersucht werden. Auch Nervenschäden, gerade an den Füßen, sind eine Folge der Durchblutungsstörungen bei Diabetes.

"Da habe ich große Sorgen, weil ich da schon Bewegungseinschränkungen habe. Ich fühle nicht mehr richtig den Boden, so dass ich nicht mehr richtig greifen kann. Auch barfuss ist die Sohle schon so ein bisschen trocken dass ich einfach ein bisschen Halt verliere." Patientin Isa Terwiesche

Terwiesche muss also auch den Druck auf ihre Füsse regelmässig kontrollieren. Denn die Nervenschäden schwächen die Muskeln, die Knochenstruktur verändert sich. Die Nervenschäden sind leider nicht umkehrbar in fast allen Fällen. Deswegen ist das Hauptprinzip, diese Nervenschäden von vornherein zu verhindern, dem vorzubeugen.

Arbeiten am Lebensstil

Im Münchner Klinikum Schwabung arbeiten dafür viele Disziplinen zusammen. Die Basis aller Therapie aber: Am Lebensstil arbeiten. Isa Terwische kommt regelmässig zur Beratung. Bewegung, Ernährung, Medikamente - je besser das läuft, desto weniger Insulin muss sie spritzen. Natürlich weiß sie theoretisch, was ihr schadet und was nicht. Aber:

"Mir tut es gut, hierher zukommen und Leute um sich zu finden, die sich damit beschäftigen, die Antworten geben können. Es ist auch immer wieder eine große Motivation, einfach sich selbst auch wieder auf die Spur zu bringen." Patientin Isa Terwiesche

Denn wenn es nicht klappt, den Lebensstil zu ändern, sind die zähen Diabetes-Wunden noch eins der kleineren Probleme. Viel Sport, richtig essen. Hier sei die Klinik gefragt, sagt Ritzel.

"Die Patienten sind jeden Tag alleine mit ihrer Erkrankung. Deswegen brauchen sie die Unterstützung, alleine sich selbst behandeln zu können." Professor Robert Ritzel

Seine Botschaft: Die Patienten können Diabetes Typ 2 die Stirn bieten. Sie müssen sogar, wie er betont.

Blutzuckermessgerät bei Diabetes

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