BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Kommentar: Ja zur Corona-Warn-App – Ein Akt der Solidarität | BR24

© BR

Christian Schiffer

102
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Kommentar: Ja zur Corona-Warn-App – Ein Akt der Solidarität

Heute ist die Corona-Warn-App an den Start gegangen. Man kann ihr nur jeden erdenklichen Erfolg wünschen. Nicht nur ist die Installation ein Akt der Solidarität. Sie bringt auch Datenschutz für alle voran. Ein Kommentar von Christian Schiffer.

102
Per Mail sharen

"Bananen-Software", so wird Software genannt, die beim Kunden reift, so wie grüne Bananen. Die gute Nachricht ist: Die "Corona-Warn-App" ist keine Bananen-Software. Natürlich, es hat gedauert, bis die App fertig war. Fragen, die sonst nur IT-Nerds beschäftigen, etwa die, ob Daten zentral oder dezentral verarbeitet werden sollen, wurden plötzlich in der Öffentlichkeit debattiert.

  • Hier kann die Corona-Warn-App runtergeladen werden: Google und Apple

Aber das ist richtig so: Die App soll ein wichtiger Baustein sein in einer Anti-Corona-Strategie und entscheidend für ihren Erfolg ist vor allem das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger.

Umso wichtiger, dass sich viele Experten und Organisationen an der Debatte um das beste App-Konzept beteiligt haben. Epidemiologen, aber auch Bürgerrechtler, Datenschutzaktivisten oder die Hacker vom Chaos Computer Club: Ihnen allen ist es zu verdanken, dass wir in Deutschland eine App bekommen, die wesentlich datenschutzfreundlicher ist als die, die es in anderen Ländern gibt.

Corona-Warn-App ist beispielloses Open-Source-Projekt

Dazu gehört auch, dass die App quelloffen ist. Der Code steht im Netz. Jeder, der möchte, kann der App unter die "Motorhaube" schauen. Zehntausende Bürgerinnen und Bürger haben die entsprechenden Projekt-Seiten besucht, insgesamt weit über 200 Verbesserungsvorschläge wurden eingereicht. Die App ist ein beispielloses Open-Source-Projekt und eines, das zeigt, dass der IT-Standort Deutschland quicklebendig ist.

Aber eine Frage bleibt: Wird die App in der Lage sein, gegen Corona zu helfen? Das wird auch davon abhängen, wie viele Menschen die App auf ihr Handy lassen – und das sollte man. Nicht nur, weil die Installation ein Akt der Corona-Solidarität ist, ganz ähnlich wie das Tragen von Masken. Sondern weil ein Erfolg der Corona-Warn-App Vorbildcharakter haben könnte, insbesondere für staatliche Software-Projekte.

Ein Erfolg der Corona-Warn-App würde zeigen, dass Datenschutz und Hightech kein Widerspruch sein muss. Und: Dass Open Source und Quelloffenheit kein exotischer Nerdquatsch sind, sondern unerlässlich, wenn es um sichere und datenschutzfreundliche Software geht. Nicht nur all diejenigen, die Corona ausbremsen möchten, sollten der App also eine Chance geben. Sondern auch all diejenigen, die wollen, dass Software irgendwann so nutzerfreundlich ist, wie sie sein sollte.

© BR24

Endlich wird sie freigeschaltet, die Corona-Warn-App der Bundesregierung. Wie funktioniert sie? #fragBR24

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!