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Italien in der Corona-Krise: Reisesperren und Gefängnisrevolten | BR24

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Die Regierung in Rom hat weite Teile Norditaliens zur Sperrzone erklärt. Für 15 Millionen Einwohner gelten Reisebeschränkungen, an Bahnhöfen, Flughäfen und Autobahnen gibt es Kontrollen. In Gefängnissen kam es wegen Besuchsverboten zu Revolten.

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Italien in der Corona-Krise: Reisesperren und Gefängnisrevolten

Die Regierung in Rom hat weite Teile Norditaliens zur Sperrzone erklärt. Für 15 Millionen Einwohner gelten Reisebeschränkungen, an Bahnhöfen, Flughäfen und Autobahnen gibt es Kontrollen. In Gefängnissen kam es wegen Besuchsverboten zu Revolten.

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Das Innenministerium hatte angekündigt, dass ab Montag an Autobahnmautstellen, an Bahnhöfen und Flughäfen Kontrollen stattfinden. Am Wochenende hatte die Regierung weite Teile Norditaliens zur Sperrzone erklärt, aus der die Menschen nur noch aus dringenden Gründen heraus oder in sie hinein dürfen. Damit soll eine weitere Ausbreitung der Coronavirus-Infektionen in Italien verhindert werden.

Reisen sind nur mit triftigem Grund erlaubt

Auch am Hauptbahnhof von Mailand wird seit dem Morgen kontrolliert. Reisende müssen eine kurze Selbsterklärung ausfüllen, mit der sie begründen, warum sie die Sperrzone verlassen wollen. Akzeptiert werden unter anderem dringende berufliche oder gesundheitliche Gründe oder die Rückkehr an den Wohnort.

Der Süden will Norditaliener in Quarantäne schicken

Nach den ersten Meldungen über die Ausweitung der Sperrzonen hatten mehrere Hundert Menschen Busse und Bahnen Richtung Süden genommen, um den beschlossenen Einschränkungen zu entkommen. Einige süditalienische Regionen haben mittlerweile angekündigt, sie würden Ankommende aus dem Norden zwei Wochen in Quarantäne schicken.

Revolten in mehreren Gefängnissen

In einigen Gefängnissen, melden italienische Medien melden, ist es zu Revolten gekommen. Der Grund soll laut der Gewerkschaft für Gefängnispersonal (Osapp) die Anweisung der Regierung sein, wegen des Coronavirus den Besuch in den Justizvollzugsanstalten einzuschränken, um eine Übertragung von Infektionen zu vermeiden.

In einem Gefängnis in Modena soll während der Revolte ein Insasse zu Tode gekommen sein, erklärte die Nichtregierungsorganisation Antigone. Im selben Gefängnis wurden nach Medienberichten bei den Konfrontationen zwei Wärter verletzt. Zu Revolten kam es auch in Haftanstalten in Alessandria, Pavia, Frosinone und Neapel. In dem Gefängnis in Pavia südlich von Mailand nahmen Häftlinge laut italienischen Medien zeitweise zwei Wärter als Geiseln.

Sportminister: Serie A soll Saison abbrechen

Italiens Sportminister Spadafora hat angesichts des sich ausbreitenden Coronavirus die Fußball-Serie A aufgefordert, sie solle die Meisterschaftssaison abbrechen, angesichts der Infektionsgefahr sei es unverantwortlich weiterzuspielen. Die erste italienische Liga trägt die Meisterschaftsspiele in den Problemregionen bereits seit zwei Wochen von leeren Zuschauerrängen aus. Durch ein neues Dekret der Regierung am Wochenende sind ab sofort Meisterschaftsspiele mit Zuschauern in ganz Italien untersagt.