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14.03.2021 Rom: Menschen drängen sich auf der Einkaufsstraße Via del Corso. Von Montag an gilt in Italien wieder ein strikter Lockdown.

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    Italien: Dritter Lockdown und Impf-Offensive

    Viele Italiener hatten fürs Frühjahr auf Licht am Ende des Tunnels gehofft – doch die Zahlen steigen und große Teile des Landes sind ab heute erneut im Lockdown. Beim Impfen will Rom nun aufs Tempo drücken.

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    Von
    • Jörg Seisselberg
    • tagesschau.de

    Auch sie hatte gehofft, das nicht noch einmal durchmachen zu müssen: Paola Donsanti, die mit ihrem Mann und ihrem 16 Jahre alten Sohn in einer kleinen Wohnung im Römer Stadtteil Montesacro wohnt, muss ab heute wieder in den Lockdown. Wie mehr als 40 Millionen andere Italienerinnen und Italiener.

    "Das schmerzt schon sehr", sagt sie. "Nach dem Sommer schien alles besser. Aber dann haben die Ansteckungen wieder zugenommen. Die Sache mit der Pandemie war halt noch nicht vorbei." Die Römerin arbeitet als Kassiererin bei Ikea, ihr im Hotelgewerbe tätiger Ehemann ist seit einem Jahr in Kurzarbeit, der Sohn wegen geschlossener Schulen fast ebenso lange zu Hause. Auf Licht am Ende des Tunnels hatte Paola in diesem Frühjahr gehofft, stattdessen gehe jetzt wieder alles von vorne los:

    "Vielleicht hätte die Regierung wegen der steigenden Zahlen früher entscheiden müssen. Aber wir brauchen auch unsere Arbeit. Es ist bitter, dass nach dem ersten Lockdown viele gedacht haben: Uns passiert schon nichts. Vielleicht wären wir jetzt nicht in dieser Situation, wenn sich alle etwas vernünftiger verhalten hätten." Paola Donsanti, Kassiererin

    Inzidenzwert von 226

    Seit Anfang Februar geht die Infektionskurve in Italien wieder stark nach oben. Der Inzidenzwert ist auf 226 gestiegen. Das heißt, innerhalb einer Woche haben sich in Italien von 100.000 Menschen durchschnittlich 226 mit dem Coronavirus angesteckt - eine Zahl, die fast dreimal so hoch ist wie der aktuelle Inzidenzwert in Deutschland (Stand vom Wochenende).Aber die Regierung in Rom hat nicht nur wegen der stark zunehmenden Neuinfektionen die Notbremse gezogen. Auch die Situation in den Krankenhäusern Italiens spitze sich wieder zu, sagt der Präsident des Obersten Gesundheitsinstituts, Silvio Brusaferro:

    "Die Entwicklung ist ansteigend, sowohl in der Intensivtherapie als auch auf den anderen Stationen. Mittlerweile sind über 30 Prozent der Betten mit Covid-Patienten belegt. Die kritische Schwelle ist somit überschritten, ab der die Routinearbeit der Krankenhäuser eingeschränkt werden muss. Daher muss jetzt auf entschlossene Weise gehandelt werden." Silvio Brusaferro, Präsident des Obersten Gesundheitsinstituts

    Lockdown für zehn Regionen

    Der ab heute geltende dritte Lockdown in großen Teilen Italiens bedeutet: Die Menschen dürfen nur noch vor die Tür, wenn sie eine schriftliche Selbsterklärung bei sich führen, in der sie begründen, warum sie unterwegs sind. Der Weg zur Arbeit oder zu einem Arzt sind akzeptierte Gründe, ebenso beispielsweise der Einkauf in einem nahegelegenen Supermarkt. Alle nicht lebensnotwendigen Geschäfte sind geschlossen, auch Schulen, Bars, Restaurants, Friseur- und Kosmetiksalons.

    Betroffen sind unter anderem die vier größten Städte des Landes, Rom, Mailand, Neapel und Turin. Insgesamt gilt der Lockdown für zehn Regionen, darunter die Hauptstadtregion Latium, die Lombardei, Kampanien, das Piemont, Venetien und die Emilia-Romagna. Auch die autonome Provinz Trient ist rote Zone, während Südtirol aufgrund zurückgehender Infektionszahlen heute gegen den Trend wieder Kitas und Grundschulen öffnet.

    Für Ostern hat die Regierung bereits einen landesweiten Lockdown angekündigt. Eine Ausnahme gibt es dann wahrscheinlich nur für Sardinien, wenn dort die Infektionswerte niedrig bleiben.

    Tempo beim Impfen

    Parallel zum jetzigen Lockdown will Italien Tempo machen beim Impfen. Pro Tag sollen in Kürze 500.000 Menschen geimpft werden, dreimal so viel wie zur Zeit - so der am Wochenende präsentierte Plan der Regierung. Unter anderem auch Zahnärzte, Sportmediziner und Apotheker sollen an die Spritzen geholt und in die Impfkampagne eingebunden werden. Italiens Bischofskonferenz hat angeboten, auch Räume in Kirchen zur Verfügung zu stellen.

    Das Ziel der Regierung Draghi lautet: Bis September, wenn nach der Sommerpause in Italien die Schulen und die großen Betriebe wieder öffnen, sollen 80 Prozent der Menschen im Land geimpft sein. Die sogenannte Herdenimmunität in Sachen Coronavirus wäre damit sichergestellt.

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