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Istanbul-Kandidat Imamoglu: Erdogans Nachfolger? | BR24

© Bayerischer Rundfunk 2019

Oppositionspolitiker Imamoglu von der CHP.

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    Istanbul-Kandidat Imamoglu: Erdogans Nachfolger?

    Der Istanbuler Oppositionspolitiker Imamoglu hat mit Freundlichkeit und Nähe statt mit verbalen Angriffen die Bürgermeisterwahl im März gewonnen. Jetzt wird die Wahl wiederholt. Sein Motto: "Alles wird gut".

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    Jung, dynamisch - und konservativ: So präsentiert sich Bürgermeisterkandidat Ekrem Imamoglu in diesem Wahlkampf in Istanbul. Der Fastenmonat Ramadan bot dem 49-Jährigen dafür die perfekte Bühne: "Ich faste, seit ich sieben oder acht bin. Und ich faste gern. Meine Familie und ich lieben das Fastenbrechen."

    Alle an einem Tisch

    Dieses Jahr würden sie es wenigstens schaffen, zum letzten Ramadan-Tag zusammenzukommen, sagt Imamoglu. "Und wenn wir schon mal was organisieren, haben wir uns gesagt, soll es gleich die Großfamilie sein: meine Eltern, meine Onkel, meine Tanten, meine Schwägerinnen. Es sind schon ganz schön viele heute Abend hier in Istanbul."

    Frauen mit kurzen Röcken und großzügigem Dekolleté und Frauen mit Kopftuch: So bunt wie seine Familie ist, ist auch seine Anhängerschaft - vom modernen, säkularen Geschäftsmann bis hin zum konservativen Kurden. Imamoglu spricht viele an. So wurde er zum Shootingstar: Vom kleinen Bezirksbürgermeister in einem Istanbuler Stadtteil zum Hoffnungsträger der CHP, den inzwischen das ganze Land kennt.

    "Alles wird gut"

    Zwischen ihm und dem Präsident Recep Tayyip Erdogan gibt es einige Parallelen, nicht nur, dass auch Erdogan seine Karriere als Bürgermeister in Istanbul begann. Beide kommen aus der konservativen Schwarzmeer-Region, Imamoglu wurde in Trabzon geboren. Er scheut sich nicht, seine Anhänger in den Arm zu nehmen, Nähe zu zeigen.

    Aber auch er beherrscht die große Show auf der Bühne. Seine Wahlkampfauftritte sind perfekt inszeniert. Sein Wahlkampfslogan "Her sey cok güzel olacak" ("Alles wird gut") ist zu einer Art Codewort unter seinen Anhängern geworden.

    Freundlichkeit statt Angriffslust

    Im Gegensatz zu Erdogan greift er den politischen Gegner aber selten direkt an. Er sagt, er will Bürgermeister von allen Istanbuler sein: "Die Istanbuler lieben die Demokratie. Sie werden auch an die Wahlurnen gehen, damit die Demokratie gewinnt. Deswegen wird alles gut werden."

    Und er legt Wert darauf, keine größeren Ambitionen zu zeigen, auch wenn manche in ihm schon den Nachfolger von Erdogan als türkischer Präsident sehen wollen.