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Israelische Luftwaffe übt erstmals in Deutschland | BR24

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Mit einem gemeinsamen Überflug haben Piloten der deutschen und der israelischen Luftwaffe der Opfer des Olympia-Attentats im Jahre 1972 gedacht.

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Israelische Luftwaffe übt erstmals in Deutschland

Israelische Kampfjets sind in Deutschland gelandet, um gemeinsam mit der deutschen Luftwaffe zum ersten Mal auf deutschem Boden zu trainieren. Die Übung, die zwei Wochen lang dauert, hat große strategische und historische Bedeutung.

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"Nach dem Menschheitsverbrechen der Shoa ist es ein bewegendes Zeichen unserer heutigen Freundschaft, dass wir erstmals in unserer Geschichte Seite an Seite mit der Israelischen Luftwaffe fliegen", sagt Ingo Gerhartz, Inspekteur der deutschen Luftwaffe. Der Generalleutnant hatte bei seinen letzten Besuchen in Israel 2018 und 2019 die Einladung ausgesprochen. Nun beginnt die historische Übung namens "Blue-Wings-2020" mit 200 israelischen Soldaten. Während der Übung spielt auch das Gedenken eine entscheidende Rolle.

"Das dunkelste Kapital der deutschen Geschichte ist uns heute Auftrag, Antisemitismus mit aller Konsequenz zu bekämpfen." Ingo Gerhartz, Inspekteur der deutschen Luftwaffe

Besuch in KZ-Gedenkstätte Dachau

Am Dienstagnachmittag wird eine deutsch-israelische Delegation die KZ-Gedenkstätte Dachau besuchen. Gemeinsam mit Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und dem israelischen Botschafter Jeremy Issacharoff werden die Soldatinnen und Soldaten der Opfer des Holocausts gedenken. Außerdem hat eine deutsch-israelische Formation den Fliegerhorst Fürstenfeldbruck überflogen, um an die Opfer des Olympiaattentats von 1972 zu erinnern. Zudem findet am Abend ein Gedenkakt im Olympischen Dorf in München statt.

Übung "Blue-Wings-2020" strategisch wichtig

Strategisch ist die Übung von besonderer Bedeutung, da Israel kein NATO-Mitglied ist. Gemeinsame Übungen sind deshalb selten, es fehlen Standards. Die Zusammenarbeit ist bisher bereits gut und soll nun weiter vertieft werden. Die Deutschen nutzen zum Beispiel eine israelische Drohne.

In der ersten Woche der Übung geht es um die rein israelisch-deutsche Zusammenarbeit, in der Folgewoche werden die Isralis in eine NATO-Übung eingebunden.

Stationiert sind die israelischen Soldatinnen und Soldaten am Fliegerhorst Nörvenich bei Köln, an dem sie heute Mittag gelandet sind. Sie nehmen mit sechs F-16-Jets, zwei Tankflugzeugen sowie zwei Passagiermaschinen an der Übung teil.

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Kampfflugzeuge der israelischen Luftwaffe sind erstmals in Deutschland gelandet. Zum Gedenken an das Olympiaattentat von 1972 soll eine deutsch-israelische Formation den bayerischen Fliegerhorst Fürstenfeldbruck überfliegen.