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Als erstes Land weltweit will Israel den Handel mit Pelzen für Modezwecke verbieten.

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    Israel verbietet als erstes Land Pelzhandel für Modezwecke

    Als erstes Land weltweit will Israel den Handel mit Pelzen für Modezwecke verbieten. Die internationale Anti-Pelz-Allianz, eine Koalition von 40 Tierschutzorganisationen, spricht von einem "historischen Tag".

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    • BR24 Redaktion

    Israel will den Handel mit Pelzen für Modezwecke verbieten, als erstes Land überhaupt. Ausnahmen würden nur noch für Forschungs- oder Bildungszwecke sowie für bestimmte religiöse Traditionen - etwa für die von einigen ultraorthodoxen Juden getragenen Fellmützen (Schtreimel) - gelten, teilte das Umweltministerium mit. Demnach tritt das Verbot in sechs Monaten in Kraft.

    Die internationale Anti-Pelz-Allianz, eine Koalition von 40 Tierschutzorganisationen, sprach von einem "historischen Tag". Mit seiner Entscheidung habe Israel einen "ethischen Präzedenzfall" geschaffen, schrieb sie auf Facebook. Sie rief anderen Länder auf, sich dem Beispiel anzuschließen.

    Pelzhandelsverbot bisher für gefährdete Tierarten

    Auch in anderen Ländern ist der Pelzhandel teilweise nicht mehr erlaubt, allerdings aus anderen Gründen, etwa, um gefährdete Tierarten zu schützen.

    Ein umfassendes Verbot mit Pelzhandelsbeschränkungen gibt es bisher nur in einigen Städten, darunter der brasilianischen Metropole São Paulo, sowie im US-Bundesstaat Kalifornien.

    Pelzzucht bereits in mehreren Ländern verboten

    Laut der Tierschutzorganisation Peta ist die Zucht von Tieren wegen ihre Felles unter anderem in Österreich, Großbritannien, Slowenien, Kroatien, Luxemburg, Mazedonien, Japan, Serbien und Tschechien verboten. Auch in Dänemark, dem weltweit größten Hersteller von Nerzpelzen, gibt es demnach bereits ein erstes Zuchtverbot – allerdings erst ab 2024 und nur für Füchse.

    In Deutschland besteht kein umfassendes Pelzfarmverbot, lediglich strengere Haltungsbedingungen. Laut Peta lohne sich jedoch Nerzzucht dadurch finanziell nicht mehr. So gibt es seit einigen Jahren in Deutschland keine Pelzfarmen mehr.

    Peta: Tiere werden oft bei lebendigem Leib gehäutet

    In vielen Ländern wird weiterhin mit Pelzen gehandelt. Allein 2015 seien über 55 Millionen Nerze für die Pelzproduktion getötet worden, berichtet Peta. Tierarten, die in der Pelzindustrie besonders beliebt sind, seien unter anderem Marderhunde, Waschbären, Chinchillas, Wiesel, Kaninchen, Biber, Bisamratten und Zobel.

    Die Tierschutzorganisation beschreibt die Tötungsmethoden als barbarisch und nicht immer wirkungsvoll. Die Tiere würden entweder mit Auspuffgasen aus Lkw-Motoren vergast oder mit Elektroschocks getötet. Oft kämen Tiere bei der Häutung wieder zu Bewusstsein, weil die Methoden äußerst unzuverlässig seien.

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